
Sie wußten, daß es geradezu lächerlich war, darauf zu hoffen, daß ausgerechnet in dieser Tafel Schokolade eine Goldene Eintrittskarte steckte, und sie versuchten vorsichtig, Charlie auf die Enttäuschung vorzubereiten.
Sie wußten aber auch, daß trotz allem eine einzige, winzige Chance bestand... Es mußte eine Chance bestehen.
Diese Tafel konnte ebensogut eine Goldene Eintrittskarte enthalten wie jede andere.
Und deshalb waren die Großeltern und auch Charlies Eltern in Wirklichkeit genauso aufgeregt und gespannt wie Charlie, obwohl sie so taten, als wären sie ganz ruhig.
«Pack sie lieber gleich aus, sonst kommst du noch zu spät zur Schule», sagte Großvater Josef.
«Dann hast du's hinter dir», meinte Großvater Georg.
«Bitte, mach sie endlich auf, Charlie. Ich werde schon ganz nervös», sagte Großmutter Georgine.
Ganz langsam zog Charlie an einer Ecke des Einwickelpapiers. Die Großeltern beugten sich im Bett vor und reckten ihre mageren Hälse.
Und plötzlich... als ob er die Spannung nicht länger aushalten könnte... riß Charlie das Papier mit einem Ruck in der Mitte auf...und eine hellbraune Schokoladentafel fiel auf seine Knie. Von einer Goldenen Eintrittskarte war nichts zu sehen.
«Da kann man nichts machen. Genau damit haben wir schließlich gerechnet», sagte Großvater Josef munter.
Charlie blickte auf. Vier freundliche alte Gesichter beobachteten ihn. Er lächelte sie an - es war ein kleines, trauriges Lächeln. Und dann zuckte er die Achseln, nahm die Schokoladentafel und hielt sie seiner Mutter hin.
«Beiß mal ab, Mutter. Wir teilen. Ihr sollt alle davon probieren.»
«Das kommt gar nicht in Frage!» sagte seine Mutter.
«Nein, nein! Wir würden nicht im Traum daran denken! Die Schokolade gehört dir ganz allein!» sagten die Großeltern.
«Bitte!» Charlie hielt Großvater Josef die Schokolade hin...
