
Sie führen sie weg.
Marie.
Mein Bruder!
Beaumarchais.
Will's Gott, du bist unschuldig, und dann alle, alle Rache über den Verräter!
Marie, Sophie ab.
Mein Bruder! Meine Freunde! ich seh's an euren Blicken, daß ihr's seid. Laßt mich zu mir selbst kommen! Und dann! Eine reine, unparteiische Erzählung der ganzen Geschichte. Die soll meine Handlungen bestimmen. Das Gefühl einer guten Sache soll meinen Entschluß befestigen; und glaubt mir, wenn wir recht haben, werden wir Gerechtigkeit finden.
Zweiter Akt
Das Haus des Clavigo
Clavigo.
Wer die Franzosen sein mögen, die sich bei mir haben melden lassen? — Franzosen! Sonst war mir diese Nation willkommen! — Und warum nicht jetzt? Es ist wunderbar, ein Mensch, der sich über so vieles hinaussetzt, wird doch an einer Ecke mit Zwirnsfäden angebunden. — Weg! — Und wär ich Marien mehr schuldig als mir selbst? und ist's eine Pflicht, mich unglücklich zu machen, weil mich ein Mädchen liebt?
Ein Bedienter.
Bedienter.
Die Fremden, mein Herr.
Clavigo.
Führ sie herein! Du sagtest doch ihrem Bedienten, daß ich sie zum Frühstück erwarte?
Bedienter.
Wie Sie befahlen.
Clavigo.
Ich bin gleich wieder hier. Ab.
Beaumarchais. Saint George.
Der Bediente setzt ihnen Stühle und geht.
Beaumarchais.
Es ist mir so leicht! so wohl! mein Freund, daß ich endlich hier bin, daß ich ihn habe; er soll mir nicht entwischen. Sein Sie ruhig; wenigstens zeigen Sie ihm die gelassenste Außenseite! Meine Schwester! meine Schwester! Wer glaubte, daß du so unschuldig als unglücklich bist? Es soll an den Tag kommen, du sollst auf das grimmigste gerächt werden. Und du, guter Gott, erhalt mir die Ruhe der Seele, die du mir in diesem Augenblicke gewährest, daß ich mit aller Mäßigung in dem entsetzlichen Schmerz und so klug handle als möglich!
