
„Karg und ungemütlich.“ Olga warf ihrem Mann einen spöttischen Blick zu. „Erkläre mir doch bitte einmal, was das hier alles ist.“
„Wahrhaftig“, sagte Orlow, „vom Standpunkt eines Uneingeweihten wirkt dieser Raum ziemlich wunderlich.“ Melnikow lachte.
„Trotzdem gibt es darin nichts Wunderliches“, sagte er. „Es ist eine schöne und bequeme Kajüte. Freilich nur beim Flug, wenn die Schwerkraft entfällt. Man hat alles, was man braucht.
Verstehen Sie — in der Schwerelosigkeit gibt es weder unten noch oben. Man kann sich ganz bequem mitten in der Luft niederlassen, kann nirgendwohin fallen. Dieses Netz dort ist mein Bett, und darin werde ich bequemer als in einem Daunenbett ruhen. Denn wieviel Federn und Daunen man auch unter sich betten mag, der Körper wird dennoch auf ihnen lasten, im Bereich der Schwerelosigkeit aber drückt der Körper auf nichts.
Man kann sich auf spitze Nägel legen und wird nichts spüren.
Wir könnten auch einfach in der Luft schlafen, doch wenn sich das Schiff um die eigene Achse dreht, was in regelmäßigen Zeitabständen geschieht, damit der Schiffsrumpf von den Strahlen der Sonne gleichmäßig erwärmt wird, ließe die Zentrifugalkraft den Menschen durch die ganze Kajüte ›wandern’. Deshalb empfiehlt es sich, in den Netzen zu schlafen, die an der Wand befestigt sind. Die Möbelstücke, die ihr so verdutzt betrachtet, sind tatsächlich Schränke, und sie dienen zur Aufbewahrung von Kleidungsstücken. Die ungewöhnliche Form rührt daher, daß sie nicht Fächer, sondern weiche, mit Stoßdämpfern versehene Zellen besitzen. In diesen Zellen werden während des Starts, wenn die Schwerkraft das normale Maß weit übersteigt, die zerbrechlichen Gegenstände aufbewahrt. Ja, hier hat man alles wohl überlegt. Dieses Brett dort ist mein Tisch. Ich kann ihn Während des Fluges in jede beliebige Lage bringen, und er fällt nicht um. Gewöhnliche Tische, Stühle und dergleichen wären im Bereich der Schwerelosigkeit nutzlos. Allerdings haben wir einige dennoch an Bord.“
