„Fertig?“ fragte Belopolski knapp.

„Fertig!“ antwortete Melnikow.

Ein Blick auf die Uhr: zwölf Uhr und drei Minuten.

Belopolski drückte auf den roten Auslöseknopf.

Melnikow spürte, wie sich seinen Händen über die Steuerungsapparatur ein kaum wahrnehmbares Schüttern des Schiffskörpers mitteilte.

Nach wie vor herrschte in der Kommandozentrale völlige Stille, aber er wußte sehr gut, daß in diesem Augenblick die ganze Umgebung in einem Umkreis von mehreren Kilometern durch ungeheures Getöse erfüllt wurde. In dem engen Raum zwischen dem Heck des Schiffes und den Wänden der Startbahn wütete ein Feuerorkan, und in dichten Schwaden stieg schwarzer Rauch auf. Der Beton schmolz und verwandelte sich in eine weißglühende flüssige Masse. Die sechzehn mächtigen Antriebsaggregate arbeiteten gleichzeitig und bezwangen das Gewicht des Schiffes, das sich auf mehrere hundert Tonnen belief.

Eine Sekunde … eine zweite …, und das Gefühl erhöhter Schwerkraft zeigte an, daß „SSSR-KS 3“ den Startplatz verlassen hatte und mit zunehmender Geschwindigkeit seine Fahrt antrat.

Schneller, immer schneller.

Der Zeiger des Tachometers glitt unaufhaltbar über das Zifferblatt. 20, 40, 60, 80, 100,120 …

„SSSR-KS 3“ stieg unaufhörlich.

Dann hörte der Schiffsleib auf zu zittern. Ein Teil der Antriebsaggregate schaltete sich ab, die übrigen arbeiteten ruhig und gleichmäßig. Für die Menschen, die auf der Erde geblieben waren, verhallte das Getöse allmählich und verlor sich in der Unendlichkeit des Alls. Im Innern des Schiffes herrschte völlige Stille.

Fast auf der Lehne seines Sessels liegend und bemüht, keine Bewegung zu machen, dachte Melnikow zurück an alle Starts, die er schon erlebt hatte. Früher hatte die Besatzung dabei Spezialhelme aufgesetzt zum Schutz des Trommelfells gegen den mörderischen Lärm der Aggregate. An Bord dieses Schiffes brauchte man keine solchen Helme. Die vollkommene Geräuschisolierung ließ nicht den geringsten Lärm ins Innere dringen.



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