
Schweigen lastete auf der Eyrie. Bronn riß seinen Halbhelm ab und ließ ihn ins Gras fallen. Seine Lippe blutete, wo der Schild ihn getroffen hatte, und sein rabenschwarzes Haar war naß vom Schweiß. Er spuckte einen abgebrochenen Zahn aus.
«Ist es vorbei, Mutter?«fragte der Lord über die Eyrie.
Nein, wollte seine Mutter ihm gern sagen, jetzt fängt es erst an.
«Ja«, erwiderte Lysa bedrückt, und ihre Stimme war kalt und tot wie der Hauptmann ihrer Garde.
«Kann ich den kleinen Mann jetzt fliegen lassen?«
Auf der anderen Seite des Gartens kam Tyrion Lannister auf die Beine.»Nicht diesen kleinen Mann«, sagte er.»Dieser kleine Mann fährt mit dem Rübenaufzug hinunter.«
«Ihr erdreistet Euch…«, begann Lysa.
«Ich erdreiste mich, anzunehmen, daß sich das Haus Arryn seiner eigenen Worte erinnert«, sagte der Gnom.»Hoch wie die Ehre.«
«Du hast versprochen, daß ich ihn fliegen lassen darf«, schrie der Lord über die Eyrie seine Mutter an. Er begann zu zittern. Lady Lysas Gesicht rötete sich vor Zorn.»Die Götter haben es als angemessen erachtet, ihn für unschuldig zu erklären, Kind. Uns bleibt keine andere Wahl, als ihn freizulassen. «Mit lauter Stimme fügte sie hinzu:»Wache! Führt Mylord von Lannister und seinen… Handlanger hier aus meinen Augen. Begleitet sie zum Blutigen Tor und laßt sie frei. Sorgt dafür, daß sie genügend Pferde und Proviant bekommen, um zum Trident zu gelangen, und achtet darauf, daß man ihnen ihre Sachen und Waffen zurückgibt. Die werden sie auf der Bergstraße noch brauchen.«
«Auf der Bergstraße«, entfuhr es Tyrion Lannister. Lysa gestattete sich ein leises, zufriedenes Lächeln. Auch das war eine Art Todesurteil, dachte Catelyn. Tyrion Lannister mußte das ebenfalls wissen. Dennoch schenkte der Zwerg Lady Arryn eine höhnische Verbeugung.»Wie es Euch beliebt, Mylady«, sagte er.»Ich glaube, wir kennen den Weg.«
