
Der große Vogel hielt sich fest und schlug mit seinen Schwingen. Er blickte unentwegt auf Ged.
»Erhebe dich wieder, Bruder!«
Weit oben am Hügel, unter dem klaren Himmel, stand der Bauer. Er hatte mit seiner Arbeit innegehalten. Im vergangenen Herbst hatte er einmal beobachtet, wie ein wilder Falke sich auf das Gelenk des Erzmagiers niedergelassen hatte und im nächsten Augenblick war der Erzmagier nicht mehr zu sehen gewesen, und zwei Falken stiegen hoch in den Himmel.
Dieses Mal trennten sie sich: der Vogel schwang sich in die Luft, der Mann ging weiter über die schlammigen Felder.
Er erreichte den Pfad, der zum Immanenten Hain führte, ein Pfad, der immer gerade verläuft, gleichgültig, wie Zeit und Welt sich ändern. Ihm folgend gelangte er bald in den Schatten der Bäume.
Die Stämme mancher Bäume waren enorm. Wer sie sah, glaubte nicht mehr, daß der Hain sich von Ort zu Ort bewegte. Sie sahen aus wie Türme, die, grau an Jahren, schon seit unvordenklichen Zeiten stehen; ihre Wurzeln waren den Wurzeln der Berge gleich. Doch unter den Allerältesten gab es manche, deren Laub spärlich und deren Äste schwach waren. Die Bäume waren nicht unsterblich. Unter den Riesen gab es junge, kräftige Bäume, mit dichtbelaubten, hellgrünen Kronen, und Schößlinge, zarte, belaubte Stengel, nicht größer als ein Kind.
Der Grund unter den Bäumen war weich und federnd, ein dunkler, durch die verwesten Blätter vieler Jahre fruchtbarer Boden. Farne und andere Waldpflanzen gediehen hier, doch nur eine Art von Bäumen wuchs hier, für die es keinen Namen in der hardischen Sprache der Erdsee gab. Die Luft unter den Bäumen war frisch und roch nach Erde; sie rief den Geschmack frischen Quellwassers im Mund hervor.
