
Zauberformeln hätten dort ihre Macht verloren, und die Worte der Zauberkunst wären dort vergessen. Mein Vater fragte, ob es daran läge, daß alle Zauberer und Zauberweiber die Insel verlassen hätten, und er sagte, daß dem nicht so sei. Es gäbe dort noch welche, die Zauberer gewesen wären, doch würden sie keine Magie mehr wirken, nicht einmal Kessel würden sie mehr flicken, noch würden sie versuchen, verlorene Nadeln zu finden. Und mein Vater fragte, sind die Leute auf Narveduen nicht besorgt darüber? Und der Kapitän sagte, nein, das sei ihnen gleichgültig. Ja, es gäbe sogar Krankheiten unter ihnen und ihre Ernte wäre schlecht gewesen, doch niemand sorge sich um die verschwundene Zauberkraft. Er sagte — ich war gegenwärtig, als er mit dem Prinzen sprach — er sagte: ›Sie kommen mir wie kranke Menschen vor, wie Leute, denen gesagt wurde, daß sie nur noch ein Jahr zu leben haben, und die sich einreden, daß das nicht wahr sei, daß sie noch ewig weiterleben würden. So leben sie dahin‹, sagte er, ›ohne sich umzuschauen.‹ Als andere Handelsschiffe zurückkehrten, bestätigten sie, was uns der Kapitän erzählt hatte, daß Narveduen ein armes Land geworden sei, daß es die Kunst der Zauberei verloren hätte. Aber all das waren nur Geschichten aus dem Außenbereich, und die sind meist merkwürdig, und nur mein Vater machte sich Gedanken darüber.
Zu Beginn des Neuen Jahres, am Lammfest, das wir in Enlad feiern, wenn die Frauen der Hirten in die Stadt kommen und die Erstgeborenen der Herde bringen, trug mein Vater dem Zauberer Wurzel auf, die Sprüche des Vermehrens und Gedeihens über die Lämmer zu sprechen. Doch Wurzel kam ganz verstört zurück in unseren Saal, legte seinen Stab vor uns nieder und sagte: ›Mein Fürst, ich kann die Worte der Formeln nicht sprechen! ‹ Mein Vater stellte ihn zur Rede, aber er wiederholte nur immer wieder: ›Ich habe die Worte und die Formgebung vergessene Daraufhin ging mein Vater selbst auf den Markt und wob die Zauberformeln, und das Fest konnte beendet werden.