Das vertraute Gefühl der variierenden Schwerkraft zog an seinem Bauch wie sanfte Hände. Der Gürtel rotierte ein bißchen schneller als seine Orbitalgeschwindigkeit — um die Kette der Kabinen zusammenzuhalten — und einige Meter unter dem Gürtel wurde die Zentripetalkraft schwächer, so daß Rees für kurze Zeit durch wirkliche Schwerelosigkeit schwebte. Dann tauchte er in den Gravitationsbereich des Sternenkerns ein, wodurch sein Gewicht schnell zunahm und sich wie eine Eisenplatte über Brust und Bauch legte.

Trotz der wachsenden Unbequemlichkeit fühlte er sich in gewisser Weise erleichtert. Er fragte sich, was seine Arbeitskollegen denken würden, wenn sie ihn jetzt sehen könnten. In einer Freischicht in die Mine einfahren… und wozu? Um mit einem Maulwurf zu reden?

Das ovale Gesicht von Sheen tauchte vor ihm auf, intelligent, skeptisch und pragmatisch.

Er fühlte, wie seine Wangen rot wurden, und auf einmal war er froh, daß sein Abstieg von dem Nebel verborgen wurde.

Rees tauchte aus dem Nebel auf und erblickte den Sternenkern. Er war eine poröse, eiserne Kugel mit fünfzig Metern Durchmesser, auf dem die Arbeit menschlicher Hände und Maschinen sichtbare Kratzspuren hinterlassen hatte. Das Förderkabel — und die anderen, die gleichmäßig um den Gürtel geschlungen waren — kratzten mit einer Geschwindigkeit von einigen Metern pro Sekunde um den eisernen Äquator herum.

Seine Abwärtsfahrt verlangsamte sich; er stellte sich die Winde vor, die ihn aus einer Höhe von vierhundert Metern vor der Anziehungskraft des Sternes schützte. Sein Gewicht nahm jetzt schneller zu und näherte sich dem fast unerträglichen Wert von fünf Gravos. Die Räder des Stuhls begannen schwirrend zu rotieren; dann setzten sie vorsichtig auf der sich bewegenden eisernen Oberfläche auf. Es gab einen Stoß, der ihm den Atem nahm. Das Kabel löste sich schnell, wippte zurück und verschwand im Nebel. Der Stuhl rollte langsam aus und brachte Rees ein paar Meter vom Verlauf des Kabels weg.



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