
So hatte sich die Welt seit den Tagen seines Vaters geändert. Warum? Und würde sie sich wieder ändern? Würden Blau und die anderen kühlen Farben zurückkehren — oder würde das Rot immer intensiver werden, bis es die Farbe von verdorbenem Fleisch angenommen hatte…?
Rees verdrückte sich in seine Kabine und drehte den Wasserhahn auf. Er legte seinen Arbeitsanzug ab und schrubbte die blutverschmierte Haut so lange, bis sie schmerzte.
Das Fleisch löste sich unter seinen Händen vom Körper wie die Schale einer faulen Frucht; weiß leuchteten Knochen…
Er lag in seinem Netz, die Augen weit offen, und dachte zurück.
Von weitem hörte er dreimal eine Handglocke läuten. Es war also immer noch Mittagsschicht — er würde noch anderthalb Schichten aushalten müssen, geschlagene zwölf Stunden, bis er eine Entschuldigung zum Verlassen der Kabine haben würde.
Wenn er aber hierblieb, würde er noch verrückt werden.
Er wälzte sich aus seiner Hängematte, zog seinen Arbeitsanzug über und schlüpfte aus der Kabine. Der schnellste Weg zum Quartiermeister führte an der zerstörten Gießerei vorbei über den Gürtel; bewußt drehte er sich um und nahm den entgegengesetzten Weg.
Als er an den Fenstern und den draußen angebrachten Netzen vorbeikam, nickten die Leute ihm zu und lächelten mit schwacher Sympathie. Es waren nur ein paar Hundert Menschen im Gürtel; fast jeder schien von der Tragödie betroffen zu sein. Aus Dutzenden von Kabinen drang leises Weinen oder Wehklagen.
Rees lebte allein und leistete sich meistens selbst Gesellschaft; aber er kannte fast jeden auf dem Gürtel. Nun kroch er an Kabinen vorbei, in denen Menschen, denen er ein wenig näher stand, litten und vielleicht starben; aber er eilte weiter und fühlte, wie die Isolation ihn einhüllte wie Rauch.
