Hercule Poirot stand auf und reichte ihm die Hand. «Ich danke Ihnen», sagte er. «Sie haben mir sehr geholfen.»

Auf dem Heimweg machte Poirot einen Abstecher ins Glengowrie Court Hotel. Dieser Besuch hatte zur Folge, dass er am folgenden Morgen sehr früh bei Japp anrief.

«Bon jour, mon ami. Heute ist die gerichtliche Leichenschau, nicht wahr?»

«Ja. Gehen Sie hin?»

«Ich glaube nicht.»

«Es ist auch nicht der Mühe wert, nehme ich an.»

«Haben Sie Miss Sainsbury Seale als Zeugin geladen?»

«Die schöne Mabelle – warum schreibt sie sich nicht einfach ‹Mabel›? Diese Weiber machen mich ganz verrückt! Nein, ich lade sie nicht vor. Es ist unnötig.»

«Sie haben nichts von ihr gehört?»

«Nein, warum auch?»

Hercule Poirot sagte: «Das wundert mich eigentlich. Vielleicht interessiert es Sie zu erfahren, dass Miss Sainsbury Seale vorgestern Abend kurz vor dem Nachtessen das Glengowrie Court Hotel verlassen hat – und noch nicht wieder zurückgekehrt ist.»

«Was? Die ist ausgerissen?»

«Das wäre eine denkbare Erklärung.»

«Aber warum? Sie müssen wissen: Sie ist vollkommen in Ordnung. Was sie uns erzählt hat, stimmt durchwegs. Ich habe ihretwegen nach Kalkutta gekabelt, und gestern Abend ist die Antwort gekommen. Alles in Ordnung. Sie ist dort seit Jahren bekannt, und ihr ganzer Bericht entspricht der Wahrheit – nur mit ihrer Ehe hat sie ein bisschen geschwindelt. Hat einen Hindu-Studenten geheiratet und dann herausgefunden, dass er außerdem noch verschiedene andere Beziehungen zu holder Weiblichkeit unterhielt. Da hat sie ihren Mädchennamen wieder angenommen und in Wohltätigkeit gemacht. Sie steht auf bestem Fuß mit den Missionaren – gibt Sprachunterricht und betätigt sich bei Liebhaberbühnen. In meinen Augen ist sie eine fürchterliche Person – aber jedenfalls weit erhaben über den Verdacht, in eine Mordaffäre verwickelt zu sein. Und jetzt erzählen Sie mir, sie sei uns davongelaufen! Ich kann es nicht verstehen.» Er hielt einen Augenblick inne und sagte dann unsicher: «Vielleicht ist ihr bloß das Hotel verleidet? Mir hätte es auch so gehen können.»



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