„Ich schließe mich der Meinung des Gemeinderates voll an“, sagte die Bürgermeisterin und kostete diese seltene Gelegenheit aus. „Ein Kolonialschiff hat sicherlich Karten von Thalassa. Sie mögen tausend Jahre alt sein — aber der Erste Landeplatz ist sicher verzeichnet.“

„Aber angenommen — nur einmal angenommen — daß es doch Aliens sind?“

Die Bürgermeisterin seufzte; sie hatte gedacht, diese These sei schon vor Jahrhunderten an schierer Erschöpfung zugrundegegangen.

„Es gibt keine Aliens“, sagte sie fest. „Wenigstens keine, die intelligent genug sind, um Raumfahrt zu betreiben. Natürlich können wir nie hundertprozentig sicher sein — aber die Erde hat mit allen nur vorstellbaren Instrumenten Tausende von Jahren gesucht.“

„Es gibt noch eine Möglichkeit“, sagte Mirissa, die mit Brant und Kumar ziemlich weit hinten im Raum stand. Alle Köpfe wandten sich ihr zu, aber Brant wirkte leicht verärgert. Trotz seiner Liebe zu Mirissa gab es Zeiten, in denen er sich wünschte, daß sie nicht ganz so gut informiert, und daß ihre Familie nicht während der letzten fünf Generationen für die Archive verantwortlich gewesen wäre.

„Wie meinen Sie das, meine Liebe?“

Jetzt war Mirissa an der Reihe, sich zu ärgern, obwohl sie sich ihre Gereiztheit nicht anmerken ließ. Sie mochte es nicht, wenn sie von oben herab behandelt wurde, und auch noch von jemandem, der eigentlich nicht sehr intelligent war, wenn auch zweifellos raffiniert — oder vielleicht war ‚gerissen‘ das richtigere Wort. Die Tatsache, daß Bürgermeisterin Waldron Brant immer schöne Augen machte, störte Mirissa nicht im mindesten; darüber amüsierte sie sich nur, und sie brachte für die ältere Frau sogar ein gewisses Mitgefühl auf.

„Es könnte auch ein Roboter-Saatschiff sein, wie das, welches die Genmuster unserer Vorfahren nach Thalassa gebracht hat.“



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