
Es war nicht nötig, das genauer auszuführen; jedermann wußte, welche fantastischen Schwierigkeiten und Kosten mit der bemannten interstellaren Raumfahrt verbunden waren. Auch wenn sie technisch möglich war, war sie völlig sinnlos. Roboter konnten die Arbeit tausendmal billiger durchführen.
„Roboter oder Relikt — was fangen wir damit an?“ wollte einer der Dorfbewohner wissen.
„Vielleicht ist das gar nicht unser Problem“, sagte die Bürgermeisterin. „Offenbar nimmt jeder an, daß es zum Ersten Landeplatz will, aber warum denn eigentlich? Die Nordinsel ist doch schließlich viel wahrscheinlicher.“
Die Bürgermeisterin war schon oft widerlegt worden, aber noch nie so prompt. Diesmal war das Geräusch, das am Himmel über Tarna anschwoll, kein ferner Donner aus der Ionosphäre, sondern das durchdringende Pfeifen einer tief und schnell fliegenden Düsenmaschine. Alles stürzte in unschicklicher Hast aus dem Ratszimmer; nur die ersten kamen noch rechtzeitig, um zu sehen, wie der stumpfnasige Deltaflügler die Sterne verdeckte und zielsicher auf die Stelle zuflog, die immer noch als letzte Verbindung mit der Erde heiliggehalten wurde.
Die Bürgermeisterin blieb kurz stehen, um der Zentrale Meldung zu machen, dann ging sie zu den anderen, die draußen herumliefen.
„Brant — du kannst als erster dort sein. Nimm den Drachen!“
Tarnas Chefingenieur für Maschinenbau blinzelte; das war das erstemal, daß er einen so direkten Befehl von der Bürgermeisterin erhielt. Dann machte er ein etwas beschämtes Gesicht.
„Vor ein paar Tagen hat eine Kokosnuß den Flügel durchschlagen. Wegen dieser Sache mit den Fischfallen hatte ich bisher keine Zeit, ihn zu reparieren. Außerdem ist er ohnehin nicht für Nachtflüge eingerichtet.“
Die Bürgermeisterin warf ihm einen langen, strengen Blick zu.
„Hoffentlich funktioniert mein Wagen“, sagte sie sarkastisch.
