„Habt ihr einen guten Fang gehabt?“

„Natürlich nicht“, antwortete Kumar. „Er ist ja nur hinter statistischen Daten her — Kilogramm pro Kilowatt — solchen Unsinn. Ein Glück, daß ich meine Angelrute mitgenommen habe. Zum Abendessen gibt es Thunfisch.“

Er griff ins Boot und zog einen fast einen Meter langen, stromlinienförmigen Fisch heraus, voll Kraft und Schönheit, seine Farben verblaßten schnell, und seine blicklosen Augen zeigten schon die glasige Starre des Todes.

„So einen fängt man nicht oft“, sagte er stolz. Sie waren noch dabei, sein Paradestück zu bewundern, als die Geschichte nach Thalassa zurückkehrte und die einfache, sorglose Welt, die sie ihr ganzes, junges Leben lang gekannt hatten, unvermittelt zu Ende ging.

Das Zeichen ihres Vergehens war in den Himmel geschrieben, als hätte eine Riesenhand ein Stück Kreide über die blaue Ätherkuppel gezogen. Noch während sie hinsahen, franste der leuchtende Kondensstreifen schon an den Rändern aus und zerfiel in Wolkenfetzen, bis es aussah, als sei von Horizont zu Horizont eine Brücke aus Schnee geschlagen worden.

Und dann rollte ferner Donner vom Rand des Weltraums herab. Es war ein Laut, wie ihn Thalassa seit siebenhundert Jahren nicht mehr vernommen hatte, den aber jedes Kind sofort erkennen würde.

Trotz der Wärme des Abends fröstelte Mirissa, und ihre Hand tastete nach der von Brant. Obwohl seine Finger sich um die ihren schlossen, schien er es kaum wahrzunehmen; er starrte noch immer in den gespaltenen Himmel.

Selbst Kumar war beeindruckt, aber er ergriff als erster das Wort: „Eine von den Kolonien muß uns gefunden haben.“

Brant schüttelte langsam, aber nicht sehr überzeugt den Kopf. „Warum sollen sie sich die Mühe machen? Sie müssen die alten Landkarten haben — sie wissen sicher, daß Thalassa fast nur aus Ozean besteht. Es wäre sinnlos, hierherzukommen.“



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