»Unglaublich. Das... das ist das Phantastischste, was ich jemals gesehen habe!« Bens Stimme riß Mike für einen Moment aus seinen Gedanken. Er hatte ein bißchen Mühe, seinen Worten zu folgen, und man mußte das seinem Gesicht wohl ziemlich deutlich ansehen, denn Ben deutete heftig gestikulierend auf den Bildapparat und fuhr in aufgeregtem Ton fort: »Das Ding da meine ich. So etwas... hätte ich nicht fürmöglich gehalten! Ich frage mich, was für Überraschungen dieses Schiff noch für uns bereithält!«

Mike zuckte nur mit den Schultern. Er war von dem, was sie gerade gesehen hatten, noch immer zutiefst erschüttert, und es irritierte ihn ein wenig, daß Ben sich so gar nicht davon beeindruckt zeigte, sondern vielmehr wieder seiner

Begeisterung für die technischen Gerätschaften der NAUTILUS

frönte. Aber irgendwie konnte er ihn auch verstehen.

Es war jetzt etwa anderthalb Jahre her, daß sie auf einer einsamen, auf keiner Karte verzeichneten Insel auf die legendäre NAUTILUS gestoßen waren, die leibhaftige, echte NAUTILUS, das Schiff des sagenumwobenen Kapitän Nemo, von dem sogar Mike bis zu diesem Zeitpunkt annahm, daß er gar nicht wirklich existiert hatte, sondern nur eine Sagengestalt war. Aber Kapitän Nemo war keine Sagengestalt. Kapitän Nemo – der eigentlich Prinz Dakkar hieß und ein indischer Edelmann gewesen war – war niemand anderer als Mikes Vater. Er hatte seinen Sohn unter einem falschen Namen und dem Schutz einer falschen Identität in einem vornehmen Londoner Internat untergebracht, um ihn vor den Nachstellungen seiner Feinde zu schützen, und diese Tarnung hatte auch gute zehn Jahr lang gehalten. Nicht einmal Mike selbst hatte gewußt, wer er wirklich war, bis zu jenem schicksalhaften Tag im Dezember 1913, an dem er und fünf seiner Freunde von niemand anderem als dem Kapitän desselben Schiffes, das gerade vor ihren Augen eine ganze Stadt vernichtet hatte, entführt worden waren.



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