einen der Bauern den Tisch umschleichen sehen, endlich entschloß er sich, ging auf einen Gehilfen zu und wollte ihm etwas zuflüstern. "Verzeiht", sagte K., schlug mit der Hand auf den Tisch und stand auf, "dies sind meine Gehilfen, und wir haben jetzt eine Besprechung. Niemand hat das Recht, uns zu stören." — "O bitte, o bitte", sagte der Bauer ängstlich und ging rücklings zu seiner Gesellschaft zurück. "Dieses müßt ihr vor allem beachten", sagte K. dann wieder sitzend. "Ihr dürft mit niemandem ohne meine Erlaubnis sprechen. Ich bin hier ein Fremder, und wenn ihr meine alten Gehilfen seid, dann seid auch ihr Fremde. Wir drei Fremden müssen deshalb zusammenhalten, reicht mir daraufhin eure Hände." Allzu bereitwillig streckten sie sie K. entgegen. "Laßt euch die Pratzen", sagte er, "mein Befehl aber gilt. Ich werde jetzt schlafen gehen und auch euch rate ich, das zu tun. Heute haben wir einen Arbeitstag versäumt, morgen muß die Arbeit sehr frühzeitig beginnen. Ihr müßt einen Schlitten zur Fahrt ins Schloß verschaffen und um sechs Uhr hier vor dem Haus mit ihm bereitstehen." — "Gut", sagte der eine. Der andere aber fuhr dazwischen: "Du sagst: Gut, und weißt doch, daß es unmöglich ist." — "Ruhe", sagte K., "ihr wollt wohl anfangen, euch voneinander zu unterscheiden." Doch nun sagte auch schon der erste: "Er hat recht, es ist unmöglich, ohne Erlaubnis darf kein Fremder ins Schloß." — "Wo muß man um die Erlaubnis ansuchen?" — "Ich weiß nicht, vielleicht beim Kastellan." "Dann werden wir dort telefonisch ansuchen, telefoniert sofort an den Kastellan, beide!" Sie liefen zum Apparat, erlangten die Verbindung — wie sie sich dort drängten! Im Äußerlichen waren sie lächerlich folgsam — und fragten, ob K. mit ihnen morgen ins Schloß kommen dürfe. Das "Nein!" der Antwort hörte K. bis zu seinem Tisch. Die Antwort war aber noch ausführlicher, sie lautete: "Weder morgen noch ein andermal." — "Ich werde selbst telefonieren", sagte K. und stand auf.


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