«Ich werde inkognito auftreten müssen», antwortete Luke grinsend. «Was meinst du? Als Künstler? Aber Malen ist nicht gerade meine starke Seite.»

«Du könntest ja ein moderner Künstler sein», schlug Jimmy vor. «Da würde das keiner merken.»

«Oder Schriftsteller? Ziehen Schriftsteller in Landgasthäuser, um zu schreiben? Möglich wär’s. Ein Angler vielleicht – doch da müsste man erst wissen, ob ein geeignetes Gewässer in der Nähe ist. Ein Kranker, dem Landluft verordnet wurde? So schaue ich nicht aus, außerdem geht doch heute jeder in ein Sanatorium. Ich könnte mich ja nach einem Haus in der Gegend umschauen wollen, aber das ist auch nicht sehr gut. Hol’s der Teufel, Jimmy, es muss doch irgendeinen einleuchtenden Grund geben, dass ein gesunder Fremder plötzlich in einem kleinen Ort auftaucht.»

Jimmy sagte: «Wart einen Augenblick – gib mir noch mal die Zeitung.»

Er warf einen flüchtigen Blick darauf und rief triumphierend: «Hab ich mir’s nicht gleich gedacht! Luke, alter Junge, frohe Kunde: Ich kann das wunderbar arrangieren – es ist ein Kinderspiel!»

«Was?»

Jimmy fuhr mit stolzer Bescheidenheit fort:

«Es kam mir gleich so bekannt vor! Wychwood under Ashe! Natürlich! Es ist schon der Ort!»

«Hast du vielleicht zufällig einen Freund dort, der den Leichenbeschauer kennt?»

«Etwas viel Besseres, mein Junge. Wie du weißt, hat die Natur mich reichlich mit Tanten und Vettern versehen – da mein Vater eins von zwölf Geschwistern war. Nun hör mal zu: Ich habe eine Cousine in Wychwood under Ashe!»

«Jimmy, du bist ein Wundertier!»

«Ja, nicht schlecht, was?» meinte Jimmy bescheiden.

«Erzähl mir von ihr!»

«Sie heißt Bridget Conway und war während der letzten zwei Jahre Sekretärin bei Lord Whitfield.»



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