Sehet, was die Ahnen vorausgesagt haben, ist

eingetreten: Das Verbrechen hat sich ausgebreitet,

Gewalt ist in die Herzen eingezogen, das Unheil

zieht durch das Land, Blut fließt, der Dieb

bereichert sich, das Lächeln ist erloschen, die

Geheimnisse sind allen preisgegeben, die Bäume

sind entwurzelt, die Pyramide ist geschändet

worden, die Welt ist so tief gesunken, daß eine

kleine Zahl von Toren sich des Königtums

bemächtigt hat und die Richter davongejagt wurden.

Doch entsinne dich der Achtung der Maat, der

rechten Folge der Tage, der glücklichen Zeit, in der

die Menschen Pyramiden bauten und Haine für die

Götter gedeihen ließen, jener gesegneten Zeit, in

der eine einfache Matte die Bedürfnisse eines jeden

befriedigte und ihn glücklich machte.


Mahnworte des Weisen Ipu-we


Prolog

Eine mondlose Nacht umhüllte die Große Pyramide mit einem Mantel aus Finsternis. Verstohlen schlich sich ein Sandfuchs in den Friedhof der Vornehmen, die auch im Jenseits noch fortführen, PHARAO zu verehren. Wachen behüteten das prachtvolle Baudenkmal, das allein Ramses der Große einmal im Jahr betrat, um Cheops, seinem glorreichen Ahn, die Ehre zu erweisen; es wurde geraunt, die Mumie des Schöpfers der höchsten Pyramide wäre von einem Sarkophag aus Gold geschützt, welcher selbst von unglaublichen Reichtümern bedeckt wäre. Doch wer hätte es je gewagt, sich an einem derart gut bewachten Schatz zu vergreifen? Niemand, mit Ausnahme des herrschenden Regenten, konnte die steinerne Schwelle überschreiten und sich im Labyrinth des gewaltigen Bauwerks zurechtfinden.



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