Und dann sah der Indianer, wie hinter dem zakkigen Vorsprung des wasserbedeckten Felsens etwas wie eine tiefrote Wolke emporstieg. Diese Wolke verteilte sich allmählich nach allen Seiten, das Wasser färbte sich rosa. Dann zeigte sich etwas Schwarzes. Das war der Köper eines Haifisches. Der drehte sich langsam und verschwand hinter dem Vorsprung des Felsens. Die dunkelroten Schwaden konnten nur Blut sein, das jemand auf dem Meeresboden vergossen hatte. Was ging dort vor?

Der Hurone blickte besorgt nach seinem Kameraden, der unbeweglich auf dem Rücken lag, die Luft mit weit geöffnetem Mund einsaugte und blicklos in den Himmel starrte.

Der Indianer griff nach den Rudern, um den plötzlich Erkrankten so schnell wie möglich an Bord der „Meduse“ zu bringen.

Endlich kam der Taucher zu sich, aber es schien, als hätte er die Sprache verloren — er gab nur unartikulierte Laute von sich, schüttelte den Kopf, wölbte die Lippen und keuchte.

Die auf dem Schoner verbliebenen Perlenfischer umringten den Taucher, ungeduldig seine Erklärungen erwartend.

„Sprich“, rief schließlich ein junger Indianer, den Taucher schüttelnd. „Sprich, wenn du nicht willst, daß deine feige Seele dir aus dem Körper fliegt.“

Der Taucher drehte den Kopf beiseite und stammelte mit hohler Stimme: „Ich sah. Meerteufel.“

„IHN? So sprich doch, sprich!“ schrien die Perlenfischer ungeduldig durcheinander.

„Ich sehe einen Haifisch. ein großer, schwarzer. er schwimmt gerade auf mich zu. hat schon den Rachen aufgerissen. das ist mein Ende!. Ich sehe, da schwimmt noch.“

„Ein zweiter Haifisch?“

„Der Teufel.“

„Wie sieht er denn aus? Hat er einen Kopf?“



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