Der ungewöhnliche Reiter drehte sich um. Die Menschen erblickend, glitt er mit der Geschmeidigkeit einer Eidechse blitzschnell vom Rücken des Delphins und verbarg sich hinter dem großen Körper. Auf dem Rücken des Delphins wurde eine grüne Hand sichtbar, die ihm einige Hiebe versetzte. Der gehorsame Delphin verschwand, zusammen mit dem Ungeheuer, sofort unter Wasser. Das seltsame Paar beschrieb einen Halbkreis unter Wasser und verschwand hinter den Klippen.

Der gänzlich ungewöhnliche Aufzug dauerte nicht länger als eine Minute, die Zuschauer aber konnten sich vor Bestürzung lange nicht fassen.

Die Perlenfischer schrien durcheinander, rannten auf dem Deck hin und her. Mancher faßte sich an den Kopf. Die Indianer sanken in die Knie und beschworen den Meeresgott, sie zu verschonen. Ein junger Mexikaner erkletterte, schreiend vor Angst, den Großmast. Die Taucher ließen sich in den Schiffsraum fallen und verkrochen sich in einem Winkel.

An Fang war nun nicht mehr zu denken. Der Kapitän konnte, mit Balthasars Hilfe, die Ordnung einigermaßen wiederherstellen. Die „Meduse“ lichtete die Anker und drehte nach Norden bei.

Suritas Mißerfolg

Der Kapitän der „Meduse“ zog sich in seine Kajüte zurück, um das Geschehene zu überdenken.

„Es ist zum Verrücktwerden!“ stieß Surita zwischen den Zähnen hervor, sich eine Kanne abgestandenes Wasser über den Kopf gießend. „Das Ungeheuer spricht in reinster kastilischer Mundart. Was bedeutet das! Eine Teufelei? Wahnsinn? Aber es ist doch undenkbar, daß eine ganze Besatzung wahnsinnig wird! Es können ja nicht einmal zwei Menschen den gleichen Traum träumen. Aber wir alle haben den Meerteufel gesehen. Das ist unbestreitbar. Und das bedeutet, daß ER tatsächlich existiert, wie unglaublich es auch scheinen mag.“

Surita übergoß seinen Kopf wieder mit dem lauwarmen Wasser und näherte sich, Kühlung suchend, den Bullaugen.



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