
Als Christo sich dem Bassin näherte, sprang ein Wesen erschreckt aus dem Dickicht und warf sich in das hochaufspritzende Wasser des Bassins.
Christo blieb aufgeregt stehen. „Er! Der Meerteufel! Endlich!“
Der Indio trat zum Becken und blickte in das klare durchsichtige Wasser. Auf dem weißgekachelten Grund saß ein großer Affe. Erschreckt und neugierig blickte er unter Wasser zu Christo empor. Außer sich vor Verwunderung bemerkte Christo daß der Affe unter Wasser atmete. Seine Flanken hoben und senkten sich in regelmäßigen Atemzügen.
Als Christo sich von seinem Erstaunen etwas erholt hatte, lachte er plötzlich auf: Der Meerteufel, der den Fischern Angst und Schrecken einjagte, war also ein Land- und Wasseraffe, ein Amphibienaffe. Was es auf der Welt nicht alles gibt, dachte kopfschüttelnd der alte Indianer.
Christo war zufrieden: Schließlich war es ihm gelungen, alles auszukundschaften. Aber er war dennoch etwas enttäuscht. Der Affe hatte keinerlei Ähnlichkeit mit jenem Wesen, von dem die Augenzeugen berichtet hatten. Was Angst und Einbildung doch alles vermögen!
Doch es war an der Zeit, an die Rückkehr zu denken. Christo ging zurück zur Tür, erkletterte einen nahe der Mauer stehenden hohen Baum und sprang — obwohl er fürchtete, sich die Beine zu brechen — über die Umfriedung zurück in den dritten Garten. Kaum war er wieder auf die Füße gekommen, als er Salvators Stimme vernahm: „Christo, wo bist du denn?“
Der Indio ergriff einen am Wege liegenden Rechen und begann, trockenes Laub zusammenzuharken.
„Ich bin hier.“
„Komm, Christo“, sagte Salvator und trat an die eiserne Pforte, „Sieh — diese Tür öffnet man so.“ Salvator drückte auf die Christo schon bekannte Erhöhung.
