
Unglück bescherte, lachte sie so laut, daß die Bäume in den Hainen zu zittern begannen und ihre Früchte fallen ließen. Nur einen Menschenschlag verschonte Arachna. Das war ein kleiner Stamm von Zwergen, die sie von der anderen Seite der Berge mitgebracht hatte. Die Zwerge dienten ihr ergeben, wie es schon ihre Ahnen taten, die es der Hexe geschworen hatten. Hätte die Hexe ihre Untertanen aber gekränkt, so hätten diese bestimmt das Weite gesucht und sich über das ganze Land verstreut, und dann hätte sie auch niemand in den dichten Wäldern oder im hohen Gras der Wiesen finden können, denn sie waren nur eine Elle groß und wußten sich geschickt zu verbergen. Die winzigen Menschlein mit ihren langen grauen Bärten und ihre sauber gekleideten Frauen mit den weißen Hauben auf dem Kopf sorgten beflissen für alles, was ihre Herrin brauchte: Sie brieten für sie Ochsen und Hammel, die auf den üppigen Bergwiesen weideten, und buken knusprige Semmeln aus dem Mehl des Weizens, der auf dem fruchtbaren Boden ihres weltabgeschiedenen Tals wuchs. Mit ihren winzigen Pfeilen erlegten sie fette Fasanen und Rebhühner, und sie woben Stoff, den sie blau färbten und aus dem sie für die Hexe neue Gewänder nähten, wenn die alten verschlissen waren. Für diese unschätzbaren Dienste belohnte Arachna die Zwerge. Ihre Beschwörungen bewirkten, daß die Menschlein 150 Jahre alt wurden, daß Krankheiten ihren Kindern fernblieben, daß ihre Pfeile unfehlbar jedes Wild trafen und ihre Netze viele kleine und große Fische einfingen. Gutes tat Arachna aber sehr ungern, und wo sie's dennoch tat, entschädigte sie sich dafür, indem sie anderen Menschen allerlei Übel zufügte.
