
Von welchem Paket sprechen Sie, Danglars?
Von dem, das Dantes auf Elba abzugeben hatte.
Woher wissen Sie, daß er ein Paket abzugeben hatte?
Danglars errötete und sagte: Ich ging an der halbgeöffneten Tür der Kapitänskabine vorüber und sah, wie Leclère denBrief und das Paket Dantes einhändigte.
Er hat mir nichts davon gesagt, entgegnete der Reeder, wird mir aber wohl denBrief noch übergeben.
Danglars überlegte einen Augenblick und erwiderte: Ichbitte Sie, Herr Morel, nicht mit Dantes davon zu sprechen; ich werde mich getäuscht haben.
In diesem Augenblick kehrte der junge Mann zurück, während Danglars sich entfernte.
Nun, mein lieber Dantes, sind Sie frei? fragte der Reeder. — Jawohl, alles ist in Ordnung. — Sie können mit mir zu Mittag speisen. — Ichbitte, entschuldigen Sie mich, Herr Morel; mein ersterBesuch gehört meinem Vater. Doch ichbin darum nicht minder dankbar für die Ehre, die Sie mir erzeigen. — Recht, Dantes, ganz recht. Ich weiß, daß Sie ein guter Sohn sind; aber nach diesem erstenBesuche zählen wir auf Sie. — Entschuldigen Sie abermals, nach diesem erstenBesuche habe ich einen zweiten zu machen, der mir nicht minder am Herzen liegt. — Ah! das ist wahr, Dantes, ich vergaß, daß es unter den Kataloniern jemand gibt, der mit nicht geringerer Ungeduld auf Sie wartet, als Ihr Vater. Es ist die schöne Mercedes.
Dantes errötete.
Ah! ah! sagte der Reeder, ich wundere mich gar nicht mehr, daß sie dreimal zu mir gekommen ist und mich um Nachricht über den Pharao gebeten hat. Edmond, Sie sind nicht zubeklagen, Sie haben eine hübscheBraut. Doch da fällt mir ein, hat Ihnen nicht der Kapitän Leclère sterbend einenBrief für mich gegeben?
Es war ihm unmöglich, zu schreiben. Nun möchte ich mir aber noch auf einige Tage Urlauberbitten.
Um zu heiraten?
Einmal und dann, um nach Paris zu gehen.
Gut, gut, Sie nehmen sich so viel Zeit, als Sie wollen, Dantes. Zum Löschen des Schiffesbrauchen wir an sechs Wochen, und vor drei Monaten gehen wir nicht wieder in See. Sie müssen also erst in drei Monaten hier sein. Der Pharao, fuhr der Reeder, den jungen Mann auf die Schulter klopfend, fort, könnte nicht ohne seinen Kapitän abgehen.
