
Der Vater, ein finsterblickender, wortkarger Mann, war der Bronzeschmied des Dorfes. Da Dunys sechs Brüder erheblich älter waren als er und nacheinander das Haus verließen, um das Land zu bebauen oder zur See zu fahren oder als Schmiede in anderen Dörfern zu arbeiten, war niemand da, der das Kind mit Liebe aufziehen konnte. So wuchs er wild auf, schnellwachsendem Unkraut gleich, ein stolzer, aufgeweckter Junge, der nicht mit seiner Meinung zurückhielt und schnell bei der Hand war, wenn ihm jemand zu nahe treten wollte. Zusammen mit den wenigen anderen Kindern des Dorfes hütete er die Ziegen an den steilen Hängen hinter den Quellen des Flusses, und als er groß und kräftig genug war, um den Blasebalg zu bedienen, mußte er seinem Vater helfen und wurde ein Schmiedejunge, der viel Schläge und Hiebe einsteckte. Eine große Hilfe war Duny nämlich nicht; immer zog es ihn fort, tief in die Wälder drang er, in dem Flußbecken der Ar, die wie alle Flüsse in Gont eiskalt und reißend war, schwamm er, oder er kletterte an Felsgraten entlang und über Halden bis in die steinerne Gipfelwelt, die sich oberhalb der Wälder erstreckte. Von dort oben erblickte er das Meer, diesen endlosen, nördlichen Ozean, in dem es, hinter Perregal, keine Inseln mehr gab.
Die Schwester seiner Mutter wohnte im Dorf. Sie sorgte für Duny, als er noch klein war, aber sie hatte ihren eigenen Haushalt, und sobald Duny groß genug war, um für sich selbst zu sorgen, kümmerte sie sich nicht mehr um ihn. Eines Tages jedoch, als Duny sieben Jahre alt war und noch nichts wußte von den geheimnisvollen Beziehungen und Kräften, die es in dieser Welt gibt, hörte er, wie seine Tante einer Ziege, die auf ein Strohdach hinauf gesprungen war und sich weigerte herunterzukommen, gewisse Worte zurief; sobald sie einen bestimmten Reim zufügte, sprang das Tier herunter. Am nächsten Tag, als Duny die langhaarigen Ziegen auf den Matten des Hohen Falles hütete, rief er ihnen die gleichen Worte zu, deren Sinn und Bedeutung ihm ganz fremd waren: