
Alexander Kent
Der Piratenfürst
Fregattenkapitän Bolitho in der Java-See Roman
Für die Contessa
Tod und Teufel tanzen
zur Höllenmusik der Stürme
und rasen noch wilder zur Nacht,
wie um die Furcht einzulullen,
die den blinden Seemann beschleicht,
der nur ihren Zugriff fühlt.
I Des Admirals Wahl
Eine Ordonnanz des Admirals öffnete die Tür des kleinen Vorzimmers und sagte sehr höflich:»Würden Sie bitte hier eintreten, Sir?«Er wich beiseite, um Captain Richard Bolitho einzulassen.»Sir John weiß, daß Sie hier sind.»
Als der Diener gegangen war und die Tür hinter sich zugemacht hatte, trat Bolitho an den hohen Kamin, wo ein kräftiges Feuer brannte. Gut, daß ihn der Mann in dieses kleine Zimmer geführt hatte und nicht in einen der größeren Warteräume. Als er sich vor dem bitter kalten Märzwind, der durch die Straßen von Whitehall fegte, in das Admiralitätsgebäude geflüchtet hatte, war ihm der Gedanke an diese überfüllten Warteräume höchst unbehaglich gewesen. Dort traten sich die entlassenen Seeoffiziere gegenseitig auf die Füße und beobachteten das Kommen und Gehen solcher Besucher, die mehr Glück zu haben schienen, mit beinahe haßerfüllten Blicken.
Bolitho kannte diese Gefühle aus eigener Erfahrung, wenn er sich auch oft gesagt hatte, daß es ihm besser ging als den meisten anderen. Denn als er vor einem Jahr nach England zurückgekommen war, herrschte Friede im Land; Städte und Dörfer waren bereits voller Seeleute und Soldaten, die niemand mehr brauchte. Er dagegen hatte seinen Besitz bei Falmouth, ein solides, ertragreiches Landgut; außerdem hatte er eine Menge schwerverdientes Prisengeld mitgebracht — er mußte wirklich dem Schicksal dankbar sein.
Er trat vom Kamin weg ans Fenster und starrte auf die breite Straße.
