
«Wir haben ihn auch nicht gewonnen. Und das ist das Wesentliche.»
Bolitho mußte unwillkürlich an die letzte Seeschlacht denken: das Schreien und Brüllen auf beiden Seiten, das Krachen der Geschütze und der fallenden Spieren. So viele hatten an diesem Tag den Tod gefunden. So viele vertraute Gesichter wurden einfach ausgelöscht. Und manche, die übriggeblieben waren wie jene beiden zerlumpten Soldaten mußten jetzt sehen, wie sie ihr Leben fristen konnten.»Wir taten unser Bestes, Sir«, sagte er gedämpft.
Der Admiral sah ihn nachdenklich an.»Das stimmt. Sie haben vielleicht den Krieg nicht gewonnen, aber Sie haben uns eine gewisse Frist verschafft. Zeit, um zu Atem zu kommen und den Tatsachen ins Gesicht zu sehen.»
«Sie denken, daß der Friede nicht lange dauern wird, Sir?»
«Ein Feind bleibt immer ein Feind, Bolitho. Nur die endgültig Besiegten sind friedlich. O ja, wir werden wieder kämpfen, seien Sie sicher. «Er setzte sein Glas nieder und fragte in scharfem Ton:»Und nun Ihr Schiff. Sind Sie soweit?»
Bolitho hielt seinem Blick stand.»Mir fehlen immer noch Seeleute, aber das Schiff selbst ist so klar, wie es nur sein kann. Vor zwei Tagen habe ich es aus der Werft schleppen lassen; jetzt liegt es in Spithead vor Anker, bis aller Proviant an Bord ist.»
«Wie viele Leute fehlen Ihnen?»
Fünf Worte nur, aber da gab es kein Drumherumreden.
«Fünfzig, Sir. Aber meine Offiziere bemühen sich weiter.»
Der Admiral verzog keine Miene.»Aha. Nun, das ist Ihre Sache. Ich werde Ihnen ein Patent zur Anwerbung von Freiwilligem auf den Gefängnishulken
«Traurig, daß wir auf Sträflinge angewiesen sind«, warf Bolitho ein.
«Es sind Männer — mehr brauchen Sie im Moment nicht. Wie die Dinge liegen, tun Sie vielleicht manchem dieser armen Teufel etwas Gutes damit. Die meisten sollten in die amerikanischen Strafkolonien verschifft werden. Jetzt, da wir Amerika los sind, müssen wir uns nach anderen Möglichkeiten umsehen. Man spricht von der Botany Bay in Neu-Holland; aber das kann natürlich bloß ein Gerücht sein.»
