KAPITEL 2

Miles war ziemlich überrascht, als er am nächsten Morgen zu einer Stunde, die, wie er meinte, den Schichtbeginn darstellen könnte, in Ahns Büro erschien und dort den Leutnant wach, nüchtern und in Uniform antraf. Nicht daß der Mann direkt gut aussah: mit käsigem Gesicht und schwer atmend saß er zusammengekauert da und starrte mit verkniffenen Augen auf ein vom Computer koloriertes Wettervid.

Das Holo zoomte und verschob sich verwirrend nach Signalen aus der Fernsteuerung, die er mit einer feuchten und zitternden Hand umklammert hielt.

»Guten Morgen, Sir.« Miles ließ seine Stimme aus Mitleid sanft klingen und schloß die Tür hinter sich, ohne sie zuzuschlagen.

»Hä?« Ahn blickte auf und erwiderte den militärischen Gruß automatisch. »Wer, zum Teufel, sind Sie äh … Fähnrich?«

»Ich bin Ihr Nachfolger, Sir. Hat Ihnen niemand gesagt, daß ich komme?«

»O ja!« Ahns Gesicht hellte sich auf. »Sehr gut. Kommen Sie herein!«

Miles, der schon drinnen war, lächelte statt dessen kurz.

»Ich wollte Sie eigentlich von der Transportfähre abholen«, fuhr Ahn fort. »Sie sind früh dran. Aber Sie scheinen ja Ihren Weg allein gefunden zu haben.«

»Ich bin schon gestern angekommen, Sir.«

»Oha. Da hätten Sie sich aber melden sollen.«

»Ich habe mich gemeldet, Sir.«

»Oh.« Ahn blinzelte Miles besorgt an. »Haben Sie?«

»Sie versprachen, Sie würden mir heute morgen eine vollständige fachliche Einführung für das Büro geben, Sir«, fügte Miles hinzu, um die Gelegenheit beim Schöpf zu packen.

»Oh.« Ahn blinzelte. »Gut.« Der besorgte Ausdruck auf seinem Gesicht ließ etwas nach. »Also gut, ah …« Ahn rieb das Gesicht und blickte sich um. Er beschränkte seine Reaktion auf Miles’ körperliche Erscheinung auf einen verstohlenen Blick, und da er vielleicht den Schluß zog, daß sie die gesellschaftlichen Pflichten der Vorstellung schon tags zuvor absolviert hatten, begann er sofort mit einer Beschreibung der an der Wand aufgereihten Geräte, in der Reihenfolge von links nach rechts.



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