Vergiß nicht, warme Wäsche anzuziehen, wenn Du ausgehen mußt. Iß viel frisches Gemüse und würz nicht zu stark.

Alles Gute zum Geburtstag, Du Armer!

Leslie

Mrs. Moscowitz kam herein, um zum Abendessen zu rufen. Erstaunt blickte sie auf seine nassen Wangen. »Ist etwas passiert, Rabbi?«

»Meine Frau hat geschrieben. Es geht ihr schon besser, Lena.« Das Abendessen war, wie immer, verbraten. Zwei Tage später eröffnete Mrs.

Moscowitz, daß ihr verwitweter Schwager, dessen Tochter in Willimantic, Connecticut, darniederlag, sie brauche. Auf Mrs. Moscowitz folgte Anna Schwartz, ein fettes grauhaariges Weib. Sie war asthmatisch, hatte am Kinn einen Auswuchs, war aber sonst sehr sauber und verstand sich aufs Kochen, sogar auf lokschenkugl mit Rosinen und Zibeben - und mit einer Kruste, zu schade zum Hineinbeißen.

2

Als die Kinder ihn fragten, was die Mutter geschrieben habe, sagte er nur, es sei ein verspäteter Geburtstagswunsch gewesen. Es war kein Wink mit dem Zaunpfahl - oder vielleicht doch: jedenfalls bestand anderntags das Resultat in einer selbstgezeichneten Glückwunschkarte Rachels und in einer gekauften von Max sowie in einer schreienden Krawatte von beiden; sie paßte zu keinem seiner Anzüge, aber er trug sie an jenem Morgen im Tempel.

Geburtstage stimmten ihn optimistisch. Es waren Wendepunkte, wie er sich voll Hoffnung sagte.

Der sechzehnte Geburtstag seines Sohnes fiel ihm ein - das war vor drei Monaten gewesen.

An diesem Tag hatte Max seinen Glauben an Gott verloren. Sechzehn Jahre, das ist das Alter, mit dem man in Massachusetts um einen Führerschein ansuchen kann.

Michael hatte Max in seinem Ford Fahrunterricht erteilt. Die Prüfung war auf Freitag, den Vorabend seines Geburtstags, festgesetzt, und für den Abend des Samstags war er mit Dessamae Kaplan verabredet, einem Mädchen zwischen Kind und Frau, so blauäugig und rothaarig, daß Michael seinen Sohn um sie beneidete.



12 из 467