«Weshalb wollen Sie sie streichen?«

Sie gibt mein Handgelenk frei und reibt sich die Augen.»Also, das ist ziemlich persönlich, und ich möchte darüber nicht sprechen.«

«In Ordnung. Wer soll das Geld bekommen?«frage ich und fühle mich plötzlich berauscht von der mir gerade eben verliehenen Macht, die magischen Worte zu Papier zu bringen, die aus ganz gewöhnlichen Leuten Millionäre machen. Mein Lächeln ist so herzlich und so falsch, daß ich hoffe, sie ist nicht beleidigt.

«Ich bin mir nicht sicher«, sagt sie nachdenklich und sieht sich um, als wäre dies ein Spiel.»Ich weiß noch nicht, wem ich es geben soll.«

Nun, wie wäre es mit einer Million für mich? Ich muß jeden Tag damit rechnen, daß Texaco mich auf vierhundert Dollar verklagt. Wir haben die Verhandlungen abgebrochen, und jetzt habe ich es mit ihrem Anwalt zu tun. Mein Hauswirt droht, mich vor die Tür zu setzen, weil ich seit zwei Monaten keine Miete mehr bezahlt habe. Und ich sitze hier und unterhalte mich mit der reichsten Person, die mir je begegnet ist, einer Person, die vermutlich nicht mehr allzu lange leben wird und gerade darüber nachdenkt, wer wieviel bekommen soll.

Sie gibt mir ein Blatt Papier, auf dem in Druckschrift vier Namen untereinanderstehen, und sagt:»Das sind die Enkelkinder, die ich bedenken will, diejenigen, die mich noch lieben. «Sie hält die Hände an den Mund und bewegt ihn auf mein Ohr zu.»Geben Sie jedem von ihnen eine Million Dollar.«

Meine Hand zittert, während ich es auf meinem Block festhalte. Wamm! Ich habe gerade vier Millionäre erschaffen, einfach so.»Was ist mit den anderen?«frage ich leise flüsternd.

Sie läßt sich ruckartig zurückrutschen, sitzt stocksteif da und sagt:»Keinen Pfennig. Sie rufen mich nicht an, schicken mir nie Geschenke oder Karten. Streichen Sie sie.«



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