JACK LONDON


Der Ruf der Wildnis


»Thornton flog kopfüber ins Wasser, wurde erbarmungslos weitergerissen und trieb dem gefährlichsten Teil der Stromschnellen zu. Im selben Augenblick war aber auch Buck im Fluß und überholte Thornton inmitten eines Wirbels von rasendem, überschäumendem Wasser. Als er fühlte, daß Thornton sich hinten an ihn klammerte, wandte sich Buck dem Ufer zu. Aber sie kamen ihm nur langsam näher und wurden viel zu schnell stromabwärts gezogen. Das unheilbringende, donnernde Brausen und Toben wurde immer lauter, die Strömung immer wilder und reißender...«

Das Buch


Die ersten vier Jahre seines Lebens verbringt Buck, eine Mischung aus Bernhardiner und Schäferhund, in zivilisierter Umgebung auf einer Farm in Kalifornien. Doch eines Tages wird er seinem Herrn gestohlen. Es ist die Zeit des Goldrausches in Amerika, und Buck landet als Schlittenhund in Alaska. Rasch erkennt er, daß hier andere Gesetze gelten als im sonnigen Süden. Entschlossen nimmt er den Kampf ums Überleben auf. Schläge und Mißhandlungen der häufig wechselnden Besitzer vermögen seinen Stolz nicht zu brechen, und bald wird er zum Führer der Meute. Die Instinkte seiner Vorfahren, der Wölfe, erwachen wieder in ihm, und nur die Liebe zu seinem letzten Herrn, dem er zweimal das Leben rettet, hält ihn davon ab, dem seit langem vernommenen Ruf der Wildnis zu folgen. Erst nach dem gewaltsamen Tod John Thorntons ist dieser Weg frei... Jack Londons realistische Beschreibung des Lebens von Menschen und Tieren unter extremsten Bedingungen ist unübertroffen. Kein Wunder, daß diese 1903 erstmals erschienene und heute als klassisch geltende Hundegeschichte nichts von ihrer Popularität verloren hat.



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