
Die Ablenkung hielt nicht lange vor. Seine Gedanken landeten immer wieder bei Pa. Je näher er der Heimat kam, desto schwieriger fiel es ihm, sich der Realität zu stellen. Tränen kitzelten hinter seinen Lidern. Ein einundzwanzig Jahre alter Arzt durfte in der Öffentlichkeit nicht weinen. Pa... Die Nacht brach schwarz herein, schon Stunden bevor sie in Kankakee umstiegen. Schließlich und, wie ihm schien, viel zu früh - kaum elf Stunden nachdem sie Cincinnati verlassen hatten -verkündete Mr. Fletcher das Ziel der Reise: »Ro-o-ck I-i-i-sla-a-and!« Der Bahnhof war eine Oase des Lichts. Beim Aussteigen entdeckte Shaman sofort Alden, der unter einer Glaslampe auf ihn wartete. Der Knecht klopfte ihn auf den Arm, schenkte ihm ein trauriges Lächeln und begrüßte ihn mit der vertrauten Wendung: »Willkommen zu Hause, jiggety-jig!«
»Hallo, Alden!« Sie blieben einen Augenblick unter dem Licht stehen, damit sie sich unterhalten konnten. »Wie geht’s ihr?«
»Ach, du weißt schon, dreckig. Ist ihr noch gar nicht richtig zu Bewusstsein gekommen. Hatte ja noch kaum Gelegenheit, allein zu sein, bei all dem Kirchenvolk im Haus und diesem Reverend Blackmer, der ihr den ganzen Tag nicht mehr von der Seite geht.« Shaman nickte. Der unbeugsame Glaube der Mutter war für sie alle eine Prüfung, aber wenn die First Baptist Church ihr in ihrem Kummer helfen konnte, wollte er dankbar dafür sein.
Alden hatte richtig vermutet, dass Shaman nur mit einer Tasche reisen würde, und deshalb das einachsige Gig genommen, das im Gegensatz zum zweiachsigen Buckboard eine gute Federung hatte.
