Der Indianer rührte kein Glied und antwortete in gebrochenem Englisch:»Not to drink — nicht trinken.«

«Was, du willst nicht?«brauste der Besitzer des roten Kehlbartes auf.»Es ist ein Drink, verstanden, ein Drink! Diesen zurückgewiesen zu sehen, ist für jeden veritablen Gentleman, wie ich einer bin, eine blutige Beleidigung, welche mit dem Messer vergolten wird. Doch, vorher muß ich wissen, wer du bist. Wie heißest du?«

«Nintropan-hauey, «antwortete der Gefragte ruhig und bescheiden.

«Zu welchem Stamme gehörst du?«

«Tonkawa.«

«Also zu den zahmen Roten, welche sich vor jeder Katze fürchten, verstanden, vor jeder Katze, und wenn es auch nur das kleinste Kätzchen wäre. Mit dir werde ich kein Federlesens machen. Also, willst du trinken?«

«Ich nicht trinken Feuerwasser.«

Er sagte das trotz der Drohung, welche der Cornel ausgesprochen hatte, ebenso ruhig, wie vorher. Der letztere aber holte aus und gab ihm eine schallende Ohrfeige.

«Hier dein Lohn, du roter Feigling!«rief er aus.»Ich will mich nicht anders rächen, weil so eine Canaille zu tief unter mir steht.«

Kaum war der Hieb erteilt, so fuhr die Hand des Indianerknaben unter die Zunidecke, jedenfalls nach einer Waffe und zugleich flog sein Blick zum Gesicht seines Vaters empor, was dieser jetzt thun und sagen werde. Das Gesicht des Roten war ein so ganz andres geworden, daß man es jetzt fast nicht hätte wiedererkennen mögen. Seine Gestalt schien emporgewachsen zu sein, seine Augen leuchteten auf, und über seine Züge zuckte eine plötzlich lebendig gewordene Energie. Aber ebenso schnell senkten sich seine Wimpern wieder nieder; sein Körper fiel zusammen, und sein Gesicht nahm den vorherigen ergebenen Ausdruck an.



8 из 625