
„Uf-uf-uf !" hörte er plötzlich eine höhnische Stimme über sich, die ihn erzittern ließ. Von einer hohen Stange blickten zwei gelbe Augen auf ihn herab, die im Dunkel leuchteten.
,,Bist du es, Guam, die Eule?"
„Nicht Guam, sondern Guamokolatokint", entgegnete barsch der Vogel.
„Und wo sind die anderen Eulen?"
„Fortgeflogen!"
„Warum bist du biergeblieben?"
„Was soll ich denn im Walde tun? Vielleicht Vögel fangen wie die gewöhnlichen Eulen und Uhus ...? Für diese anstrengende Beschäftigung bin ich zu alt und zu klug!" Urfin kam eine Idee.
„Hör mal, Guam ..." Die Eule schwieg. „Guamoko ... Guamokolatokint!" „Sprich!"
„Willst du bei mir bleiben? Ich werde dich mit Mäusen und zarten Kücken füttern." „Wohl nicht umsonst?" entgegnete der kluge Vogel.
„Wenn die Leute sehen, daß du mir dienst, werden sie glauben, ich sei ein Zauberer."
„Keine schlechte Idee", stellte die Eule fest. „Nun gut, ich bin einverstanden. Als erstes
will ich dir sagen, daß du die silbernen Schuhe vergeblich suchst. Die hat ein kleines Tier
namens Totoschka fortgetragen, dessen Art mir unbekannt ist."
Die Eule blickte Urfin scharf an und fragte dann:
„Und wann beginnst du Frösche und Blutegel zu essen?"
„Was?" fragte Urfin erstaunt. „Blutegel essen? Wozu das?"
„Weil es sich f ür böse Zauberer so gehört! Erinnerst du dich denn nicht, wie gewissenhaft Gingema Mäuse aß und danach Blutegel verschlang?"
Urfin bekam eine Gänsehaut. Das Essen der alten Hexe hatte bei ihm stets Ekel hervorgerufen. Er erinnerte sich, wie er während ihrer Mahlzeiten stets unter irgendeinem Vorwand die Höhle zu verlassen pflegte.
