Also war ich wieder einmal als Shaman Bond unterwegs, um mit den gut informierten Leuten zu sprechen. Dabei würde ich hoffentlich entdecken, was zur Hölle hier abging, und es verhindern. Ich konnte nicht einfach die goldene Rüstung aus meinem Torques erscheinen lassen und überall als Eddie Drood, Feldagent und Beschützer der Unschuldigen und fieser Verfolger der Gottlosen, auftauchen. Die Leute würden einfach davonlaufen und sich im nächsten Mauseloch verstecken. Aber sie würden mit Shaman Bond reden. Sie mögen ihn.

Es hat mich viel Mühe gekostet, ihn liebenswert zu machen.


Sie kommen zu Londons berüchtigter Jobbörse, indem Sie eine Seitenstraße heruntergehen, die nicht immer da ist. Außerdem brauchen Sie die richtigen Passworte, die man auch an den richtigen Stellen sagen muss, damit sich die Wachhunde nicht in Höllenhunde verwandeln und Ihnen die Seele herausreißen. Schließlich gehen Sie noch durch eine Tür zu Ihrer Linken, die sich nur dann öffnen wird, wenn sie Ihr Gesicht mag. Sie werden bald wissen, ob Sie auf der schwarzen Liste stehen, denn die Tür wird Ihnen die Hand abbeißen, wenn das nicht so ist. Und nein, Sie können sich nirgendwo beschweren. Niemand hat Sie gebeten zu kommen.

Die Jobbörse gibt es schon seit der Zeit Elisabeths I. Man nimmt an, dass die ersten Messestände 1589 auf der gefrorenen Themse errichtet wurden. Damals gab es noch richtige Winter. Wie jedes erfolgreiche Unternehmen ist die Jobbörse über die Jahrhunderte hinweg enorm gewachsen. Obwohl die Jobs und Dienstleistungen, die man auf dieser Börse anbietet, sich seit den Gründungstagen geändert haben, sind sie doch im Grunde die gleichen geblieben. Es geht immer noch um Geld, Macht und Einfluss. Liebe, Hass und besonders Sex. In der berüchtigten und ein wenig unheimlichen Jobbörse kriegt man Jobs, Dienstleistungen und Fähigkeiten werden angeboten, Geschäfte gemacht, und Leute werden regelmäßig und professionell über den Tisch gezogen.



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