
Kopf zog. Sein Bruder, der verstorbene König Robert, hatte sich in den letzten Jahren seines Lebens den Bart stehen lassen. Maester Cressen hatte diese Gesichtszierde niemals gesehen, doch wie man hörte, sollte es sich um wildes, dichtes Gestrüpp gehandelt haben. Ganz im Gegensatz dazu trug Stannis seinen Bart sehr kurz. Er lag über seinem kantigen Kinn und den eingefallenen, knochigen Wangen wie ein blauschwarzer Schatten. Die Augen, die unter den kräftigen Brauen wie offene Wunden klafften, leuchteten wie das dunkle Blau des nächtlichen Meeres. Sein Mund mochte selbst den komischsten Narren zur Verzweiflung treiben; dieser Mund gehörte zu einer gefurchten Stirn, finsteren Blicken und scharf gebellten Befehlen, und diese starren, dünnen und blassen Lippen hatten vergessen, wie man lächelte, hatten zu lachen niemals verstanden. In manchen Nächten, wenn die Welt still und leise wurde, glaubte Maester Cressen, Lord Stannis' Zähnekirschen durch die halbe Burg zu hören.
«Früher einmal hättet Ihr mich wecken lassen«, erwiderte der alte Mann.
«Früher einmal wart Ihr jung. Jetzt seid Ihr alt und krank und braucht Euren Schlaf. «Seine Worte abzumildern, jemandem zu schmeicheln oder gar zu heucheln, hatte Stannis nie gelernt; er sagte freiheraus, was er dachte, und sollten jene, denen das nicht gefiel, doch verdammt sein.»Ich dachte mir, Ihr würdet bald genug erfahren, was Davos zu berichten hatte. So verhält es sich doch stets, nicht wahr?«
