
«Er wisse es nicht, antwortete Keller, er habe sich nur Zeit zum Überlegen schaffen wollen.»Zeit zum Überlegen«, wiederholte der Vierundzwanzigjährige.»Ja«, sagte der Zugführer,»so sei es«, rauchte dann wieder weiter. Die Maschine schien sich von neuem nach vorne zu neigen.»Wir können ja in den Führerraum gehen«, schlug Keller vor, blieb jedoch immer noch unschlüssig an der Maschinenwand stehen, worauf der junge Mann den Korridor entlangschritt. Wie er die Türe zum Führerraum geöffnet hatte, blieb er stehen.»Leer«, sagte er zum Zugführer, der nun auch herankam,»der Führerstand ist leer. «Sie betraten den Raum, schwankend durch die ungeheure Geschwindigkeit, mit der die Maschine, den Zug mit sich reißend, immer weiter in den Tunnel hineinraste.»Bitte«, sagte der Zugführer und drückte einige Hebel nieder, zog auch die Notbremse. Die Maschine gehorchte nicht. Sie hätten alles getan, sie anzuhalten, gleich als sie die Änderung in der Strecke bemerkt hätten, versicherte Keller, doch sei die Maschine immer weitergerast.»Sie wird immer weiterrasen«, antwortete der Vierundzwanzigjährige und wies auf den Geschwindigkeitsmesser.»Hundertfünfzig. Ist die Maschine je hundertfünfzig gefahren?«—»Mein Gott«, sagte der Zugführer,»so schnell ist sie nie gefahren, höchstens hundertfünf.«—»Eben«, sagte der junge Mann.»Ihre Schnelligkeit nimmt zu. Jetzt zeigt der Messer hundertachtundfünfzig. Wir fallen. «Er trat an die Scheibe, doch konnte er sich nicht aufrechterhalten, sondern wurde mit dem Gesicht an die Glaswand gepresst, so abenteuerlich war nun die Geschwindigkeit.»Der Lokomotivführer?«schrie er und starrte nach den Felsmassen, die in das grelle Licht der Scheinwerfer hinaufstürzten, ihm entgegen, die auf ihn zurasten und über ihm, unter ihm und zu beiden Seiten des Führerraums verschwanden.»Abgesprungen!«schrie Keller zurück, der nun, mit dem Rücken gegen das Schaltbrett gelehnt, auf dem Boden saß.»Wann?«fragte der Vierundzwanzigjährige hartnäckig.