Wrexham erreichte die Treppe und eilte sie hinab, wobei er verschwand, als sei er in ein Loch gefallen. Siegesgewissheit erfüllte Pitt. Das Fährboot war noch knapp zwanzig Meter von der Treppe entfernt. Gower stieß einen Triumphschrei aus und riss jubelnd eine Hand hoch.

Als sie das obere Ende der Treppe erreichten, sahen sie, wie sich ein Fährboot aus dem Schatten der Ufermauer löste. Wrexham saß im Heck. Sie waren einander so nahe, dass sie das höhnische Lächeln auf seinen Zügen sehen konnten, als er sich halb zu ihnen umwandte. Dann drehte er sich wieder dem Fährmann zu und wies ans andere Ufer.

Pitt stürmte die Treppe so eilig hinab, dass er auf den nassen Steinen ausglitt und das Gleichgewicht nur mit Mühe halten konnte. Er winkte dem anderen Fährboot zu, das sie hatten näher kommen sehen. »Hierher! Schnell!«, rief er.

Auch Gower rief. Seine Stimme klang verzweifelt.

Der Fährmann beschleunigte das Tempo und legte sich mit voller Kraft in die Riemen, so dass er schon nach wenigen Sekunden anlegen konnte.

»Steigen Sie ein«, sagte er munter. »Wohin?«

»Hinter dem Boot da her!«, keuchte Gower, der fast an seinem eigenen Atem erstickte, und wies auf das andere Boot. »Sie bekommen zwei Shilling zusätzlich, wenn Sie es einholen, bevor der Mann da drin einen Fuß auf die Treppe am Horseferry-Anleger setzen kann.«

Pitt sprang hinter ihm ins Boot und setzte sich sofort hin, damit der Fährmann losrudern konnte. »Er will nicht zum Horseferry-Anleger«, sagte er, »sondern quer über den Fluss. Sehen Sie nur!«

»Etwa zum Lavender Dock?«, fragte Gower mit finsterer Miene und setzte sich neben Pitt. »Was zum Kuckuck kann er da wollen?«

»Das ist der kürzeste Weg ans andere Ufer«, gab Pitt zur Antwort. »Von da läuft er zur Rotherhithe Street und weiter.«

»Wohin?«

»Wahrscheinlich zum nächsten Bahnhof. Oder er mischt sich unter die Leute, dann ist er uns ebenfalls entkommen.«



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