Narraway holte Luft, um das zu bestreiten, sah aber in Austwicks Augen, dass das sinnlos sein würde. Ganz gleich, wer

»Ich war das nicht«, sagte Narraway, nicht weil er annahm, mit dieser Erklärung etwas ändern zu können, sondern weil er nicht bereit war, für etwas geradezustehen, was er nicht getan hatte. »Verrat« war kein Begriff, den er leichtfertig verwendete, doch es bestand kein Zweifel daran, dass man Mulhare verraten hatte, und das war ihm in tiefster Seele zuwider. »Ich habe es an Terence Kelly weitergeleitet, mit dem Auftrag, dafür zu sorgen, dass Mulhare es bekam. Aus leicht einsehbaren Gründen konnte ich es nicht direkt an Mulhare überweisen – ebenso gut hätte ich ihm eine Zielscheibe auf die linke Brustseite malen können.«

»Können Sie das beweisen, Sir?«, fragte Austwick in höflichem Ton.

»Natürlich nicht!«, fuhr ihn Narraway an. Stellte sich der Mann absichtlich begriffsstutzig? Er wusste genauso gut wie Narraway, dass man bei solchen Transaktionen keine Spuren hinterlassen durfte, die als Beweis dienen konnten. Was auch immer er jetzt zu seiner Rechtfertigung beweisen könnte, hätte sich jeder Beliebige zunutze machen können, um Mulhare das Genick zu brechen.

»Sie werden einsehen, dass damit die ganze Sache fragwürdig erscheint«, sagte Austwick in halb entschuldigendem Ton und mit ausdruckslosem Gesicht. »Es dürfte sich sehr empfehlen, Sir, irgendeinen Beweis dafür zu finden, dass es sich so verhält, wie Sie sagen, damit man die Angelegenheit als erledigt betrachten kann.«

Narraways Gedanken jagten sich. Er hatte einen genauen Überblick über alles, was sich auf den von ihm geführten Bankkonten befand, sowohl den dienstlichen als auch den privaten. Austwick hatte gesagt, man habe das bewusste Konto

»Ich sehe mir das Konto an«, sagte er mit kalter Stimme.

»Ein guter Gedanke, Sir«, stimmte Austwick zu. »Vielleicht finden Sie dabei auch eine Erklärung dafür, warum das Geld an Sie zurückgegangen ist, und einen Beweis für den Grund, aus welchem der arme Mulhare es nie bekommen hat.«



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