
Immer stärker blies der Wind, Blitze zuckten, ohrenbetäubend krachte der Donner.
Wie besessen drehte sich Gingema im Kreise, und die Schöße ihres langen schwarzen Mantels wallten im Winde.
* * *
Durch die Hexenkunst ausgelöst, wälzte sich der Sturm nach Kansas und kam dem Häuschen Johns immer näher. Am Horizont verdichteten sich die Wolken, Blitze durchzuckten sie.
Totoschka lief mit gerecktem Kopf unruhig umher und bellte herausfordernd die Wolken an, die schnell am Himmel dahinsegelten.
»Totoschka, bist du aber komisch!« sagte Elli. »Du willst die Wolken erschrecken und hast doch selber Angst!«
Das Hündchen hatte wirklich große Angst vor den Gewittern, die es in seinem kurzen Leben schon sooft gesehen hatte.
Mutter Anna sagte unruhig:
»Da stehe ich und schwatze mit dir, Töchterchen, und dabei zieht ein schweres Gewitter auf…«
Schon heulte drohend der Wind. Der Weizen auf dem Feld hatte sich zur Erde geneigt und wogte wie ein Meer.
Farmer John kam aufgeregt vom Feld gelaufen.
»Ein Sturm, ein schrecklicher Sturm naht«, schrie er, »lauft schnell in den Keller, ich will noch rasch das Vieh in den Stall treiben.«
Mutter Anna lief auf den Keller zu und warf den Deckel zurück.
»Elli, Elli! Komm her, schnell!« rief sie.
Totoschka war vom Heulen des Windes und dem unaufhörlichen Krachen des Donners so entsetzt, daß er in das Häuschen flüchtete und sich unterm Bett verkroch. Elli, die ihren Liebling nicht allein lassen wollte, stürzte ihm nach.
In diesem Augenblick geschah etwas Unbegreifliches:
Das Häuschen drehte sich zwei-, dreimal im Kreise wie ein Karussell und wurde von einem Wirbelwind erfaßt, der es emporhob und forttrug.
In der Tür stand, starr vor Schreck, Elli mit Totoschka im Arm. Was sollte sie tun? Hinaus springen? Dazu war es zu spät, denn das Häuschen flog bereits hoch über der Erde…
