
«Teufel!«rief der Wirth ganz in Verzweiflung.
«Aber daran liegt nichts, «fuhr d'Artagnan mit ganz nationaler Dreistigkeit fort,»daran liegt nichts, das Geld kommt gar nicht in Betracht; der Brief war Alles. Ich hätte lieber tausend Pistolen verloren, als diesen Brief.«
Er würde nicht mehr gewagt haben, wenn er zwanzig tausend gesagt hätte, aber eine gewisse jugendliche Schüchternheit hielt ihn zurück.
Ein Lichtstrahl durchdrang plötzlich den Geist des Wirthes, der von einem entsetzlichen Grauen befallen wurde, als er nichts fand.
«Dieser Brief ist durchaus nicht verloren, «rief er.
«Ah!«seufzte d'Artagnan. — »Nein, er ist Euch gestohlen worden.«—»Gestohlen! und von wem?«—»Von dem Edelmann von gestern. Er ist in die Küche hinabgegangen, wo Euer Wamms lag, und daselbst allein geblieben. Ich wollte wetten, daß er ihn gestohlen hat.«
«Ihr glaubt?«erwiederte d'Artagnan nicht sehr überzeugt, denn er kannte den ganz persönlichen Belang dieses Briefes und sah nichts dabei, was einen Andern nach dem Besitz desselben hätte lüstern machen können. Keiner von den Dienern, keiner von den anwesenden Gasten würde etwas damit gewonnen haben, wenn er sich das Papier zugeeignet hätte.
«Ihr sagt also, «versetzte d'Artagnan,»Ihr habet diesen frechen Edelmann im Verdacht?«
«Ich sage, daß ich vollkommen hievon überzeugt bin, «fuhr der Wirth fort;»als ich ihm mittheilte, Ew. Herrlichkeit sei ein Schützling des Herrn von Treville, und Ihr hättet sogar einen Brief an diesen erlauchten Herrn, da schien er sehr unruhig zu werden und fragte mich, wo dieser Brief sei; dann ging er sogleich in die Küche hinab, weil er wußte, daß Euer Wamms dort lag.«
