Johann Wolfgang Goethe

Die Laune des Verliebten

Personen


Egle

Amine

Eridon

Lamon

Erster Auftritt

Amine und Egle sitzen an der einen Seite des Theaters und winden Kränze. Lamon kommt dazu und bringt ein Körbchen mit Blumen.


Lamon indem er das Körbchen niedersetzt.

Hier sind noch Blumen.


Egle.

Gut!


Lamon.

Seht doch, wie schön sie sind!

Die Nelke brach ich dir.


Egle.

Die Rose! —


Lamon.

Nein, mein Kind!

Aminen reich ich heut das Seltene vom Jahr;

Die Rose seh ich gern in einem schwarzen Haar.


Egle.

Und das soll ich wohl gar verbindlich, artig nennen?


Lamon.

Wie lange liebst du mich schon, ohne mich zu kennen?

Ich weiß es ganz gewiß, du liebst nur mich allein,

Und dieses muntre Herz ist auch auf ewig dein,

Du weißt es. Doch verlangst du mich noch mehr zu binden?

Ist es wohl scheltenswert, auch andre schön zu finden?

Ich wehre dir ja nicht, zu sagen: der ist schön,

Der artig, scherzhaft der; ich will es eingestehn,

Nicht böse sein.


Egle.

Sei's nicht, ich will es auch nicht werden.

Wir fehlen beide gleich. Mit freundlichen Gebärden

Hör ich gar manchen an, und mancher Schäferin

Sagst du was Süßes vor, wenn ich nicht bei dir bin.

Dem Herzen läßt sich wohl, dem Scherze nicht gebieten;



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