
Stormgren war nicht überrascht, als Joe ihm wenige Tage später mitteilte, daß Besucher zu erwarten seien. Eine Zeitlang hatte die kleine Gruppe eine wachsende Nervosität an den Tag gelegt, und der Gefangene vermutete, daß die Führer der Bewegung, nachdem sie gesehen hatten, daß die Luft rein war, ihn endlich aufsuchen würden.
Sie warteten bereits, um den wackeligen Tisch versammelt, als Joe Stormgren höflich in den Wohnraum führte. Dieser stellte belustigt fest, daß sein Wächter sehr auffallend eine riesige Pistole trug, die vorher nie in Erscheinung getreten war. Die beiden Banditen waren verschwunden, und auch Joe erschien etwas gemäßigter. Stormgren konnte sofort sehen, daß er jetzt Männern viel höherer Beschaffenheit gegenüberstand, und die versammelte Gruppe erinnerte ihn stark an ein Bild, das er einmal von Lenin und seinen Genossen in den ersten Tagen der russischen Revolution gesehen hatte. In diesen sechs Männern hier steckte die gleiche intellektuelle Kraft, Rücksichtslosigkeit und eiserne Entschlossenheit. Joe und seinesgleichen waren harmlos; hier waren die wirklichen Gehirne der Organisation.
Mit einem kurzen Kopfnicken ging Stormgren zu dem einzigen freien Stuhl und versuchte, selbstbeherrscht auszusehen. Als er sich näherte, beugte sich der ältere, dickliche Mann an der andern Seite des Tisches vor und sah ihn mit durchbohrenden grauen Augen an. Sie waren Stormgren so unbehaglich, daß er zu sprechen begann, was er nicht beabsichtigt hatte.
„Vermutlich sind Sie hergekommen, um über die Bedingungen zu verhandeln. Wieviel Lösegeld verlangen Sie?“
Er bemerkte, daß im Hintergrunde jemand diese Worte auf einem Stenogrammblock mitschrieb. Alles war sehr geschäftsmäßig.
