
„Warum so ein langes Gesicht?“ fragte Grigoriewitsch plötzlich. „Sie müßten jetzt glücklich sein. In vier Wochen sind wir unterwegs, und die Yankees werden vor Wut platzen.“
„Sie sind Optimist wie gewöhnlich“, sagte Schneider. „Wenn der Motor auch funktioniert, ist es doch nicht so einfach. Ich kann zwar jetzt keine ernsthaften Hindernisse sehen, aber mich beunruhigen die Berichte aus Taratua. Ich habe Ihnen erzählt, wie tüchtig Hoffmann ist, und er hat Milliarden Dollar hinter sich. Die Fotos von seinem Raumschiff sind nicht sehr deutlich, aber es scheint der Fertigstellung nahe zu sein. Und wir wissen, daß er seinen Motor vor fünf Wochen erprobt hat.“
„Machen Sie sich keine Sorgen“, sagte Grigoriewitsch lachend. „Bei denen wird man eine große Überraschung erleben! Bedenken Sie, daß man dort überhaupt nichts über uns weiß.“
Schneider fragte sich, ob es sich wirklich so verhielte, fand es aber geraten, keine Zweifel zu äußern. Das könnte Grigoriewitsch veranlassen, allzu genaue Nachforschungen anzustellen, und wenn er einen dunklen Punkt fände, so würde es ihm, Schneider, schwerfallen, sich rein zu waschen.
Der Posten grüßte, als Schneider das Verwaltungsgebäude wieder betrat. Hier gibt es fast so viele Soldaten wie Techniker, dachte er grimmig. Aber so arbeiteten die Russen eben, und solange sie ihn in Ruhe arbeiten ließen, konnte er sich nicht beklagen. Im ganzen hatten sich, von einigen aufreizenden Ausnahmen abgesehen, die Ereignisse ganz so gestaltet, wie er gehofft hatte. Nur die Zukunft konnte zeigen, ob er oder Reinhold die bessere Wahl getroffen hatte.
Er arbeitete schon an seinem Schlußbericht, als laute Rufe ihn störten. Einen Augenblick saß er regungslos an seinem Schreibtisch und fragte sich, was für ein Ereignis das sein könne, das die strenge Disziplin des Lagers durchbrochen hatte. Dann trat er ans Fenster, und zum erstenmal in seinem Leben empfand er Verzweiflung.
