ERSTER TEIL

Die Erde und die Overlords

1

Stormgren, der Generalsekretär der Vereinten Nationen, stand regungslos vor dem großen Fenster und starrte auf den wimmelnden Verkehr in der Dreiundvierzigsten Straße hinunter. Er fragte sich bisweilen, ob es für irgend jemanden gut sein könne, in solcher Höhe über seinen Mitmenschen zu arbeiten. Isolierung war eine gute Sache, aber sie konnte sich leicht in Gleichgültigkeit verwandeln. Oder versuchte er nur, nach zwanzig Jahren, in New York eine vernünftige Erklärung für seine noch immer nicht besiegte Abneigung gegen Wolkenkratzer zu finden?

Er hörte die Tür hinter sich aufgehen, wandte aber nicht den Kopf, als Pieter van Ryberg den Raum betrat. Es entstand die unvermeidliche Pause, während Pieter mißbilligend den Wärmeregulator ansah; es war ein geflügeltes Wort, daß der Generalsekretär am liebsten im Eisschrank gelebt hätte. Stormgren wartete, bis sein Stellvertreter zu ihm ans Fenster trat, dann riß er den Blick von dem vertrauten, aber immer wieder faszinierenden Panorama zu seinen Füßen los.

„Die verspäten sich“, sagte er. „Wainwright hätte schon vor fünf Minuten hier sein müssen.“

„Ich habe eben Nachricht von der Polizei bekommen. Er hat eine ganze Prozession bei sich, und der Verkehr stockt. Die Leute müssen jetzt jeden Augenblick kommen.“ Van Ryberg hielt inne, dann fügte er unvermittelt hinzu: „Sind Sie noch immer überzeugt, daß es ein guter Gedanke ist, ihn zu empfangen?“

„Ich fürchte, es ist etwas zu spät, es jetzt rückgängig zu machen.



6 из 238