
Drüber.
Söller.
Nun ist er wieder da, schon vierzehn Tage —
Sophie.
Lieber,
Zu was dient der Diskurs?
Söller.
Eh nun, daß man was spricht.
Denn zwischen Mann und Frau red't sich so gar viel nicht.
Warum ist er wohl hier?
Sophie.
Ei, um sich zu vergnügen.
Söller.
Ich glaube wohl, du magst ihm sehr am Herzen liegen.
Wenn er dich liebte, he! gäbst du ihm wohl Gehör?
Sophie.
Die Liebe kann wohl viel, allein die Pflicht noch mehr.
Du glaubst!
Söller.
Ich glaube nichts, und kann das wohl begreifen;
Ein Mann ist immer mehr als Herrchen, die nur pfeifen.
Der allersüßte Ton, den auch der Schäfer hat,
Es ist doch nur ein Ton, und der wird endlich matt.
Sophie ungeduldig.
Ja, ja, das weiß ich wohl; doch ist der deine besser?
Die Unzufriedenheit in dir wird täglich größer.
Nicht einen Augenblick bist du mit Necken still.
Man sei erst liebenswert, wenn man geliebt sein will.
Warst du denn wohl der Mann, ein Mädchen zu beglücken?
Erwarbst du dir ein Recht, mir ewig vorzurücken,
Was doch im Grund nichts ist? Es wankt das ganze Haus;
Du nimmst allein nichts ein, und gibst allein fast aus.
Du lebst in Tag hinein; fehlt dir's, so machst du Schulden,
Und wenn die Frau was braucht, so hat sie keinen Gulden,
Und du fragst nicht darnach, wie sie ihn kriegen kann.
Willst du ein braves Weib, so sei ein rechter Mann.
Ach, es versucht uns nichts so mächtig als der Mangel;
