In bittre, laute Klagen aus:

«Ich las in ihren Feuerblicken

Doch keine Silbe von Verrat!

Sie schien mit mir sich zu entzücken

Und sann auf solche schwarze Tat!

Konnt ich in ihren Armen träumen,

Wie meuchlerisch der Busen schlug?

Sie hieß den raschen Amor säumen,

Und günstig war er uns genug.

Sich meiner Liebe zu erfreuen,

Der Nacht, die nie ein Ende nahm,

Und erst die Mutter anzuschreien

Jetzt eben, als der Morgen kam!

Da drang ein Dutzend Anverwandten

Herein, ein wahrer Menschenstrom!

Da kamen Brüder, guckten Tanten,

Da stand ein Vetter und ein Ohm!

Das war ein Toben, war ein Wüten!

Ein jeder schien ein andres Tier.

Da forderten sie Kranz und Blüten

Mit gräßlichem Geschrei von mir.

›Was dringt ihr alle wie von Sinnen

Auf den unschuld'gen Jüngling ein!

Denn solche Schätze zu gewinnen,

Da muß man viel behender sein.

Weiß Amor seinem schönen Spiele

Doch immer zeitig nachzugehn:

Er läßt fürwahr nicht in der Mühle

Die Blumen sechzehn Jahre stehn.‹ -

Da raubten sie das Kleiderbündel

Und wollten auch den Mantel noch.

Wie nur so viel verflucht Gesindel

Im engen Hause sich verkroch!

Da sprang ich auf und tobt' und fluchte,

Gewiß, durch alle durchzugehn.

Ich sah noch einmal die Verruchte,

Und ach! sie war noch immer schön.

Sie alle wichen meinem Grimme,

Doch flog noch manches wilde Wort;

So macht' ich mich mit Donnerstimme

Noch endlich aus der Höhle fort.

Man soll euch Mädchen auf dem Lande

Wie Mädchen aus den Städten fliehn!

So lasset doch den Fraun von Stande

Die Lust, die Diener auszuziehn!



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