»Er wird mich in fortgeschrittenen Schweißtechniken unterrichten. Mr. Graf, das ist Ciaire, und hier ist unser Sohn Andy.« Andy war auf den Kopf seines Vaters geklettert, steckte eine Hand in Tonys blondes Haar, faßte mit einer anderen eines seiner Ohren und blinzelte Leo zu wie eine kleine Eule. Tony befreite sanft sein Ohr und lenkte den Griff des Kleinen auf den Stoff seines roten T-Shirts. »Ciaire war ausgewählt worden, um unter uns die allererste natürliche Mutter zu werden«, fuhr Tony stolz fort.

»Ich und vier andere Mädchen«, verbesserte Ciaire bescheiden.

»Ciaire war auch in der Schweißerabteilung, aber jetzt kann sie nicht mehr draußen arbeiten«, erklärte Tony. »Seit Andy geboren ist, arbeitet sie in der Hauswirtschaft, in der Ökotrophologie und der Hydrokultur.«

»Dr. Yei sagte, ich sei ein sehr wichtiges Experiment, um zu sehen, welche Arten von Produktivität am wenigsten beeinträchtigt werden, wenn ich mich gleichzeitig um Andy kümmere«, erklärte Ciaire. »Mir fehlt schon irgendwie die Außenarbeit — sie war aufregend —, aber mir gefällt es auch so. Mehr Abwechslung.«

Erfindet Galac-Tech die Frauenarbeit neu? dachte Leo verwirrt. Werden wir auch eine Forschungs- und Entwicklungsgruppe auf die Anwendungsmöglichkeiten des Feuers ansetzen? Aber ja, sie ist gewiß ein Experiment… Sein höfliches, zurückhaltendes Gesicht spiegelte seine Gedanken nicht wider. »Freut mich, dich kennenzulernen, Ciaire«, sagte er ernst.

Ciaire gab Tony einen Stups und nickte in Richtung auf ihre blonde Kollegin, die herübergeschwebt war, um sich der Gruppe anzuschließen.

»Oh — und das ist Silver«, fuhr Tony gehorsam fort. »Sie arbeitet die meiste Zeit in der Hydrokultur.« Silver nickte. Ihr mittelkurzes Haar legte sich in sanfte platinfarbene Wellen, und Leo überlegte, ob ihr Spitzname von ihrer Haarfarbe kam. Ihre Gesichtsknochen waren von jener kräftigen Art, die mit dreizehn hart und herb wirkt, mit dreiunddreißig jedoch fesselnd elegant, und dieser Übergang war noch nicht zur Hälfte vollzogen. Ihr blauer Blick war kühler und weniger schüchtern als der der vielbeschäftigten Ciaire, die schon ein neuer Wunsch ihres Sohnes ablenkte. Ciaire nahm das Baby wieder an sich und befestigte wieder seine Sicherheitsleine.



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