
»Der offizielle Spitzname.«
»Ist das nicht etwas… hm… abwertend?«
Van Atta starrte ihn an, dann prustete er. »Nein. Allerdings sollte man sie nicht laut ›Mutanten‹ nennen, denn nach dem Fiasko mit den militärischen Klonen von Nuovo Brasil herrscht eine genetische Paranoia. Dieses ganze Projekt hätte man viel bequemer auf der Erde durchführen können, wenn es dort nicht allerlei juristische Hysterie wegen der Manipulation menschlicher Gene gäbe. Wie dem auch sei, die Projekte also. Eines besteht darin, im Orbit um Orient IV Sprungschiffe zusammenzubauen, ein anderes, eine Transferanlage im tiefen Raum zu errichten, in einem Nexus irgendwo weit draußen jenseits von Tau Ceti namens Station Kline — eine unangenehme Arbeit, denn in diesem System gibt es keine bewohnbaren Planeten und seine Sonne ist ausgeglüht, aber der Lokalraum verfügt über nicht weniger als sechs Wurmlochausgänge. Möglicherweise sehr profitabel. Eine Menge zu schweißen unter den schwierigsten Bedingungen der Schwerelosigkeit…«
Leos kurzzeitige Besorgnis wich dem Interesse. Immer war es die Arbeit selbst, die ihn in Bann schlug, nicht die Bezahlung und die Vergünstigungen. Zum Teufel mit den Privilegien eines leitenden Angestellten — bedeuteten die nicht meistens, daß man auf dem Planeten festhing? Er folgte Van Atta aus dem Büro hinaus in den Korridor, wo Tony noch geduldig mit Leos Gepäck wartete.
»Ich nehme an, es war die Entwicklung der Uterusreplikatoren, die all das ermöglicht hat«, meinte Van Atta, während Leo seine Sachen in seiner neuen Unterkunft verstaute. Die Kammer war mehr als nur eine bloße Schlafkabine; sie verfügte über private sanitäre Installationen, eine Komkonsole sowie eine bequem wirkende Schlafhalterung — bei diesem Job wird es keine morgendlichen Rückenschmerzen geben, dachte Leo mit einer gewissen Befriedigung. Kopfschmerzen waren ein anderes Problem.
»Ich hatte etwas über diese Dinger gehört«, sagte Leo.
