»Leo Graf?«

Leo wandte sich um. »Ja?«

Der Sprecher war groß und dunkelhaarig, vielleicht dreißig, vielleicht vierzig Jahre alt. Er trug konservativ modische Zivilkleidung, aber eine unauffällige Anstecknadel wies ihn als einen Mitarbeiter der Gesellschaft aus. Hervorragender Typ eines firmentreuen Angestellten, urteilte Leo. Die Hand, die der Mann Leo zur Begrüßung entgegenstreckte, war gleichmäßig gebräunt, aber weich. »Ich bin Bruce Van Atta.«

Leos kräftige Hand war bleich, aber mit braunen Flecken übersät. An die Vierzig, schneidig und stämmig, trug Leo einen bequemen roten Firmenoverall, teils, um sich unauffällig unter die Arbeiter zu mischen, die er beaufsichtigte, vor allem aber, damit er nie Zeit und Gedanken auf die Entscheidung zu verschwenden brauchte, was er am Morgen anziehen sollte. ›Graf‹ stand auf dem Namensschild auf seiner linken Brusttasche, so daß seine Identität kein Geheimnis darstellte. »Willkommen auf Rodeo, dem dreckigsten Loch des Universums«, sagte Van Atta grinsend.

»Danke.« Automatisch erwiderte Leo das Lächeln.

»Ich bin jetzt der Leiter des Cay-Projekts; ich werde Ihr Boss sein«, erläuterte Van Atta. »Ich habe Sie persönlich angefordert, wissen Sie. Sie werden mir helfen, diesen Bereich endlich auf Trab und auf Touren zu bringen, den Leuten hier Feuer unterm Arsch zu machen. Sie sind wie ich, das weiß ich, Sie haben keine Geduld mit Mehlsäcken. Ein Mordsjob, was man mir hier aufgehalst hat, diesen Bereich profitabel zu machen — aber wenn ich es schaffe, dann bin ich ein gemachter Mann.« »Mich angefordert?« Der Gedanke, daß sein Ruf ihm vorausgeeilt sei, war ja ein Ansporn, aber warum konnte man nicht mal von jemandem angefordert werden, der in einer Gartenlandschaft residierte? Ach, na ja… »In der Zentrale hat man mir gesagt, daß ich hierher geschickt werde, um eine erweiterte Version meines Kurzkurses über nichtdestruktives Testen abzuhalten.« »Ist das alles, was man Ihnen gesagt hat?«, fragte Van Atta erstaunt.



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