
Er fühlte den Impuls zu schreien, fast zu weinen, und doch lag es nicht an ihren Armen oder den flinken, zu vielen Händen. Er hatte fast die Abteilung Hydrokultur erreicht, bevor er sein intensives Unbehagen analysieren konnte. Es waren ihre Gesichter, die ihn so beunruhigten, erkannte Leo. Es waren die Gesichter von Kindern…
Eine Tür mit der Aufschrift ›Hydrokultur D‹ glitt zur Seite und gewährte den Blick auf einen Vorraum und einen großen, luftigen Hauptraum, der etwa fünfzehn Meter lang war. Filterfenster auf der Sonnenseite und eine Reihe von Spiegeln auf der dunklen Seite füllten den Raum mit funkelndem Licht, das von grünen Pflanzen gedämpft wurde, die in einem sorgsam arrangierten Ensemble von Pflanzrohren wuchsen. Die Luft roch stark nach Chemikalien und Vegetation.
Ein Paar der vierarmigen jungen Frauen, beide in Blau gekleidet, war im Vorraum an der Arbeit. Ein plexiplastisches Pflanzrohr von drei Metern Länge war da fest verankert, und sie schwebten an ihm entlang und pflanzten winzige Sprößlinge aus einer Keimbox in eine spiralförmige Folge von Löchern in dem Rohr um, eine Pflanze pro Loch, und befestigten sie mit einem elastischen Dichtungsmittel um jeden zarten Stengel. Die Wurzeln würden nach innen, in das Rohr hinein, wachsen und zu einem verknäuelten Geflecht werden, das den hydroponischen Sprühregen aus Nährmitteln aufsog, der durch das Rohr gepumpt wurde, und die Stämme und Blätter würden sich im Sonnenlicht zu Büschen entwickeln und schließlich die Früchte tragen, die ihrer genetischen Bestimmung entsprachen.
