An den Seitenlinien: die Beobachter, abwartend, wohin der Wind sich drehte. Viele von ihnen würden in die eine oder andere Richtung davongespült werden. Valentin, der Führer des Wolf-Clans, beliebt und mächtig, ein Stutzer und Drogenkonsument legendären Ausmaßes. Kit Sommer-Eiland, von manchen Kid Death genannt, der lächelnde Killer. Und Kardinal James Kassar, der fanatische aufgehende Stern der Kirche von Christus dem Krieger.

Und in den Schatten: die Untergrundbewegungen der Klone und Esper. Auf verlorenen Posten kämpften sie ihre aussichtslosen Schlachten und wagten trotzdem, von Freiheit zu träumen. Sie besaßen Verbündete in den Kyberratten, Lektronenhackern und Unpersonen aus eigener Wahl und in zahlreichen jüngeren Söhnen der Adelsfamilien, die niemals Macht oder Geld erben würden. Hin und wieder stieß sogar ein richtiger Held zu ihnen, ein Mann wie Finlay Feldglöck zum Beispiel, einst als Maskierter Gladiator unbesiegter Champion der Arena, oder auch Mater Mundi, die Weltenmutter, Überesper und unergründlich geheimnisvoll und mit gewaltigen Fähigkeiten ausgestattet.

Die Figuren waren aufgestellt. Die Bühne war bereit. Jetzt fehlte nur noch einer – der, der den ersten Stein hob. Owen Todtsteltzer, der Held wider Willen, war zusammen mit Hazel D’Ark unterwegs nach Golgatha. Die beiden reisten an Bord eines seltsamen goldenen Schiffs, gesteuert von Haldenmännern, den einstigen Feinden der Menschheit – und obwohl die Nachwelt keine Aufzeichnungen über seine Gedanken besitzt, lauteten sie wahrscheinlich: »Warum ausgerechnet ich?«

KAPITEL I

GOLGATHA; ERÖFFNUNGSZUG

Warum ausgerechnet ich? dachte Owen Todtsteltzer, als er sich einmal mehr auf den Weg zur Toilette machte. Er wußte zwar, daß er dort nichts zu erledigen hatte, aber seine Blase war vernünftigen Argumenten gegenüber nicht aufgeschlossen.



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